Stadt am Limit: urbanes Leben in Zeiten der Polykrise

Shownotes

Unser heutiger Gast ist Prof. Dr. Robin Ganser. Er ist Studiendekan des Bachelorstudiengangs Stadtplanung und Professor an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen.

Wir haben ihn zu einem Gespräch unter dem Titel „Stadt am Limit: urbanes Leben in Zeiten der Polykrise“ geladen und was sollen wir sagen: Wir waren völlig baff! Professor Ganser hat quasi einen gesamten Studiengang in einer guten Stunde zusammengefasst und uns eine Art Crash Kurs in Sachen Stadtplanung gegeben.

Wir wollten von ihm wissen: Wie geht es unseren Städten eigentlich? Wie kann es sein, dass Städte heute günstig, schön, klimatisch optimiert, für alle sozialen Milieus bewohnbar, hocheffizient und produktiv gleichzeitig sein sollen? Und ist das nicht ein Widerspruch in sich?

Im Gespräch geht es um sogenannte Flächenkonkurrenz, um intakte Stadtkerne, soziale Spannungen, günstiges Wohnen und vieles mehr. Wir fragen uns, wie die Stadt Stuttgart die Trennung vom Konzept der autogerechten Stadt überleben soll, welche Städte für uns Vorbild sein können und was für Stadtplanerinnen und Stadtplaner jetzt zu tun ist.

Außerdem – nicht verpassen! – verrät uns Prof. Ganser als Stadtexperte seine Lieblingsstädte auf der Welt! Der ultimative Tipp für die nächste Städtereise …

Also: Viel Spaß beim Hören!

Homepage: www.ingbw.de Kontakt: ingcast@ingbw.de Jingle und Musik: www.songfabrik.com

Transkript anzeigen

00:00:18: Herzlich willkommen zum INSCHCAST, dem Science Talk der Ingenieurkammer Baden-Württemberg.

00:00:24: Unser heutiger Gast ist Prof.

00:00:26: Dr.

00:00:26: Robin Ganser.

00:00:27: Er ist Studiendekan des Bachelorstudiengangs Stadtplanung und Professor an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen Geißlinge.

00:00:36: Wir haben ihn zu einem Gespräch unter dem Titel statt am Libet Und was wollen wir sagen?

00:00:45: Wir waren völlig baff.

00:00:47: Prof.

00:00:47: Gansor hat quasi einen gesamten Studiengang in einer guten Stunde zusammengefasst und uns eine Art Crashkurs in Sachen Stadtplanung

00:00:56: gegeben.

00:00:57: Wir wollten von ihm wissen,

00:00:58: wie geht es

00:00:59: unseren Städten eigentlich?

00:01:01: Wie kann es sein dass Städte heute

00:01:03: günstig

00:01:04: schön klimatisch

00:01:05: optimiert

00:01:06: für alle sozialen Milieus bewohnbar hoch effizient unproduktiv gleichzeitig sein sollen.

00:01:12: Und ist das nicht ein Widerspruch in sich?

00:01:16: Im Gespräch geht es um sogenannte Flächenkonkurrenz, um intakte Stadtkerne, soziale Spannung, günstiges Wohnen und vieles mehr.

00:01:25: Wir fragen uns wie die Stadt Stuttgart die Trennung vom Konzept der autogleichenden Stadt überleben soll, welche Städte für uns vorbild sein

00:01:32: können und was

00:01:33: für Stadtplanerin und Stadtplaner

00:01:35: jetzt

00:01:35: zu tun

00:01:36: ist.

00:01:38: verrät uns Professor Ganser als Stadtexperte seine Lieblingsstätte auf der Welt.

00:01:44: Vielleicht der ultimative Tipp für die nächste Städtereise?

00:01:47: Also viel Spaß beim Hören!

00:01:51: Davina, du bist endlich wieder da.

00:01:53: Letzte Folge hast Du mich alleine hier das machen lassen...

00:01:56: Ja, das stimmt.

00:01:57: Ich hoffe, Du hast mich schmerzlich vermisst.

00:01:59: Wir haben nicht Schmerzen vermisst aber wir hatten einen tollen Gast und er hat es mir leicht gemacht.

00:02:03: Ich würde sagen, Du begrüßt heute dafür.

00:02:05: Oh, was für eine Ehre.

00:02:07: Vielen Dank!

00:02:07: Ja wir haben heute ein ganz besonders spannendes Thema Stadt am Limit urbanes Leben in Zeiten der Polikrise.

00:02:16: und zu Gast ist heute bei uns Professor Dr.

00:02:19: Ingenieur Robin Ganser erst Studiendekan des Bachelorstudiengangs Stadtplanung an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen.

00:02:30: Und liebe Herr Professor Ganser, wir stellen unseren Gästen zu Beginn immer drei Fragen.

00:02:37: Nicht die klassischen Fragen, sondern ein bisschen über den Tellerrand hinaus und ich würde einfach mal direkt mit der ersten beginnen.

00:02:44: Das wollte ich als Kind gerne werden!

00:02:47: Das ist eine sehr spannende Frage.

00:02:49: also erstmal nochmal vielen Dank für die Einladung.

00:02:51: vor mir sehe das sich heute dabei sein kann Erfinder werden.

00:02:59: das ist meine erste Erinnerung an was ich mir so vorgestellt hatte.

00:03:03: Ich fand es immer total spannend zu sehen wie Sachen funktionieren also Fallen Maschinen auch funktionieren und gleichzeitig auch ein bisschen die Frage, wie funktionieren Maschiden am Bau?

00:03:16: Ich bin in einem Vorort von Heidelberg und ein Heidelberg groß geworden.

00:03:19: Da wurde damals viel gebaut, in den siebziger Jahren.

00:03:22: So was ich mitbekomme, da dachte ich.

00:03:23: Irgendwas erfinden aus dem Maschinen mit Bauen zu tun hat, das fände ich super.

00:03:28: Das war so die allererste Erinnerung.

00:03:31: Und also zum Thema Stadtplanung hatte ich dann damals natürlich noch gar keine Ahnung dass es überhaupt gibt als Fachtigseptin als Studiengang.

00:03:40: Dann kam ich erst deutlich später dazu Eigentlich erst im Laufe der Schule, so Ende Schulzeit tatsächlich Leistungskurs Geografie.

00:03:50: Hat sich nicht so viel von erwartet.

00:03:51: ich fand es einfach ein spannendes Fach.

00:03:53: aber

00:03:53: auch in der Schule war mal eins meiner absoluten Lieblingsfächer.

00:03:56: Ja,

00:03:57: voll.

00:03:59: Also bei uns

00:03:59: gab's Gemeinschaftskunde und Erdkunde?

00:04:01: Ja okay vielleicht hieß das auch Erd-Kunde weiß ich nicht.

00:04:05: also ich glaube ich habe Geografieleistungskurse.

00:04:07: Da sollte ich einen Referat vorbereiten zum Thema Stadterneuerung und damals gab es noch kein Internet so ernsthaft zu recherchieren.

00:04:18: Das heißt, ich bin tatsächlich losgezogen und habe dann mal mit ein paar Leuten gesprochen wie das machen.

00:04:23: Ja Heileberg ist ja die perfekte Stadt also da gibt's ja

00:04:26: nicht.

00:04:28: Könnte man so sagen aber hatte damals natürlich auch schon seine Themen.

00:04:33: Ich bin dann mal tatsächlich in der Ladenburg gegangen.

00:04:35: Also eine der ersten Städte im Warn-Württemberg, die durch die Stadt Erneuerung und Stadt Sanierung Städterbauförderung durchgelaufen sind.

00:04:42: Und als ich mit den Leuten dort in dem Ingenieurbüro gesprochen habe, die das da durchgeführt haben, da dachte ich ja Mensch, das ist eigentlich cool!

00:04:48: Das könnt ihr eigentlich selber machen.

00:04:50: So kam ich dann dazu, hab da Praktion gemacht auch beim Architekturbüro und beim Stabtanus Büro.

00:04:58: Dann hab' ich hier angefangen auf StabTanus zu studieren.

00:05:02: Ich habe damals lange geschwankt eigentlich so zwischen Architektur und Stadtplanung tatsächlich noch.

00:05:06: Also das architektonische im Sinne von tatsächlich bauen, das liegt mir schon auch.

00:05:13: aber letztendlich ist es dann doch die große Linie geworden also die längerfristigen größeren Projekte in der Stadtplanungen.

00:05:20: Und wo haben Sie da eine Stadtplanungsstudie studiert?

00:05:22: Ich hab an der TU Kaiserslautern studiert.

00:05:24: Also ein Studiengang mit dem wunderschönen poetischen Namen Raum- und Umweltplanung.

00:05:29: Da sind damals einige Leute etwas enttäuscht, die für den Umweltpart gekommen sind.

00:05:33: Ich bin hauptsächlich für den Raumpart gekommen und fand das voll okay!

00:05:37: Aber fand den Umwelt-Part auch schon immer spannend?

00:05:39: Und der spielt heute natürlich auch in Zeiten des Klimawandels eine echt große Rolle...

00:05:44: ...aber interessant dass sie dann, weil ich hätte jetzt gedacht normalerweise geht man dann immer auf das Konkretere also auf Architektur ist ja eigentlich das Konkrete.

00:05:51: Interessant dass Sie denn das Abstraktere gewählt haben schon so als junger Mensch

00:05:55: Ja, also kommt glaube ich auch daher dass sich echt schon ziemlich früh auf Studienparallel dann gearbeitet haben im Büros und er festgestellt habe das der Party nicht eigentlich in der Architektur sehr spannend fand.

00:06:09: So das kreative, das planerische mit einem ganz kleinen Bruchteil ausmacht von dem was ich als Architek dann zumindest in den Büros machen würde Und ich hatte nicht so viel Lust, über das Aussehen einer Schraube auf der Baustelle lange zu diskutieren und sehr viel finanzielles Controlling zu machen.

00:06:26: Da haben mich dann schnell von der Vielzahl kleiner Projekte eher zu den Großen, die es ja noch spannender war.

00:06:31: Ich

00:06:31: würde eigentlich da wie ein Erfinder ist mit, würde ich sagen gehört in die top drei der coolsten Antworten, für die man gehen kann auf die Frage.

00:06:41: Vor allem als Kind!

00:06:42: Ich stelle mir's auch ganz schön süß vor wenn er so'n kleiner Junge vor allem steht was möchtest mal werden?

00:06:47: Ja, ich habe meine Mutter, wenn es auch lustig darf.

00:06:49: Ich muss ja eigentlich mal fragen was ihr jetzt so davon hält?

00:06:52: Habe ich nenn dich gemacht, ne?

00:06:54: Bis lang!

00:06:55: Gute Anregung.

00:06:58: Okay und als es dann soweit war gegangen ist, wie stellen... Also nächste Frage, wie stellten Sie... So stellte ich mir zu Beginn mein Laufmann meinen Arbeitsalltag vor.

00:07:06: Wie weißt du?

00:07:07: Tatsächlich kreativ und abwechslungsreich.

00:07:10: Das hatte ich mir immer erhofft und das hat sich in großen Teilen auch bewahrheitet.

00:07:15: Nur wie gesagt, also bei dem Architekturpart da war ich dann doch sehr ernüchter nach kurzer Zeit.

00:07:20: Wie wenig Kreativität im Arbeitsalltag aufbraucht.

00:07:24: In der Stadtplanung fand ich das schon wieder und was mich positiv überrascht hat gerade im Bereich der Stadt-Planung ist ja auch die Vielseitigkeit.

00:07:35: Das macht Stadtplanungen tatsächlich aus.

00:07:38: Wir sind so die Generalisten unter den Spezialisten wenn man so will.

00:07:44: Tatsächlich hatte ich am Anfang wenig Ahnung davon, wie viele Bedeutung rechtliche Instrumente haben.

00:07:52: Und wie viel Bedeutsung auch Politikmoderation und Hartezipation hat – das fand ich schon spannend!

00:07:57: Also Steuern von Planungsprozessen mit ganz vielen unterschiedlichen Disziplinen zusammenarbeiten.

00:08:05: Das habe mich abgeholt.

00:08:08: Sind Sie dann von Beginn an die Uni oder waren sie dann auch zunächst mal in... Baubehörden oder?

00:08:16: Ja, also die Idee der Uni war wahrscheinlich schon relativ früh da.

00:08:22: Ich glaube das startete eigentlich dann auch mit dem Studium als ich meine Diplomarbeit geschrieben habe.

00:08:28: Damals war Nachhaltigkeit und dass das Leib wird nachhaltige städtebauliche Entwicklung tatsächlich noch ein großes Ding oder noch relativ neu und fand ich sehr spannend und war dann in London eine Zeit lang unterwegs weil die das schon versucht haben zu operationalisieren über Indikatoren, über feste Messgrößen.

00:08:47: Nachhaltigkeit irgendwie messbar oder erlebbar spürbar zu machen.

00:08:52: Das fand ich interessant und da habe ich das erste Mal so ein bisschen Blut gelegt in Richtung Forschung durch die Diplomarbeit, die da auch ein bisschen länger geworden ist als ich dachte damals.

00:09:01: Aber ich hab dann tatsächlich in einem Büro angefangen zu arbeiten gearbeitet also vor allem brachflächen revitalisierungen nachnutzung große industriebrachfläche sowas in die richtung und bebauungsplanung.

00:09:19: auch das waren dann die rechtlichen instrumente die dazu kamen.

00:09:22: Und dann hatte ich mich nach ein paar jahren als ich da schon einige routine gewonnen hatte, mich dann beworben an leerstuhl in keilserslautern dann tatsächlich auf wo ich studiert hatte Und der war damals von Kollegen Steinebach frisch übernommen worden.

00:09:38: Vorher war Albert Speer auf dem Lehrstuhl, bei dem hatte ich noch studiert und mit dem frischen Wind kam mich dann quasi auch als Assistent da an den Lehrstunden.

00:09:46: Es waren natürlich toll also das von Anfang an dann auch mitaufbauen zu können.

00:09:50: Fand ich eine super spannende Aufgabe und habe aber gleichzeitig immer so ein Standbein in der Praxis behalten.

00:09:55: Also das heißt ich hab dann damals schon auch in Liebtätigkeit weiter mit dem Büro zusammen gearbeitet.

00:10:01: Das ist natürlich der Luxus, den man hat als Akademiker auch.

00:10:04: Also die Freiheit von Forschung und Lehre.

00:10:07: Und ich glaube es ist aber auch verdammt wichtig für einen guten Hochschullehrer das er diesen Link in die Praxis behält also diesen direkten Link um dann eine gute Lehre machen zu können.

00:10:17: Dann sind sie quasi zurück ins Schwabenländchen gekommen?

00:10:22: Das hat ein bisschen eine größere Runde gezogen bis ich hierhergekommen bin wie gesagt aufgewachsen in Heidelberg und diese ersten Ideen mit der Schule und Praktika Und also nach Kaiserslautern war ich dann tatsächlich auch mit der Familie erstmal in Oxford an der Uni, an der Oxford Brooks University.

00:10:42: Da waren wir ungefähr fünf Jahre und dann fand ich auch schon immer sehr spannend übrigens das englische Planungssysteme aber auch Großbritannien als Land insgesamt.

00:10:52: da bin ich schon ein Fan.

00:10:54: und danach sind wir dann erst nach Lübeck gegangen an die FH.

00:11:00: Das heißt, da hatte ich meine erste Professur in Deutschland.

00:11:04: Städtebau und Ortsplanung... Und von da bin ich tatsächlich zurückgekommen hier nach Nürtingen an die Hochschule.

00:11:11: Da bin ich jetzt seit Jahrzehnt zwölf.

00:11:13: also das heißt es ist mein längstes Posting und die Riegel und Stuttgart ist natürlich auch sehr spannend.

00:11:18: Also war auch über diese Zeit sehr spannend gerade für Stadtplanungen ein guter Standort.

00:11:24: Da werden wir sicherlich noch drauf zu sprechen kommen.

00:11:27: Dann so letzten Frage, diese Errungenschaft und dieses bahnbrechende Projekt meiner Branche fasziniert mich bis heute?

00:11:34: Ja ich hatte vorher ja schon angedeutet.

00:11:37: Ich bin etwas Anglophil, das heißt ich finde England spannend.

00:11:40: Vielleicht hat es auch was damit zu tun dass das erste Großprojekt dort also die Redevelopment der London-Doughlands mich super beeindruckt hat, also das habe ich als Schüler tatsächlich dann das erste mal gesehen.

00:11:54: Und hatte damals natürlich noch wenig Ahnung von den Hintergründen und von der Komplexität die dahinter steckt.

00:12:01: aber ich finde das wahnsinnig cool damals dass auf einmal diese abgeschotteten Docks die so niemals Land waren wo die fette Mauer aus und rum war auf einmal geöffnet waren da richtig tolle Luftwohnungen reinkamen und schicke Cafes und Restaurants auf einmal Ja, Büros aufgetaucht sind.

00:12:17: Wo früher Schiffbau war oder wo die Waren angelandet sind fand ich mega spannend und es ist natürlich ein Projekt im positiven wie negativen was tatsächlich Vorbildcharakter hatte.

00:12:30: das erste große solche Projekte in Europa lange vor der Hamburger Hafen City vor den Wasserstätten in Berlin und Ähnlichem.

00:12:38: Und das hört ja auch nicht auf, also das heißt nach diesen ersten Entwicklungsbemühungen der DocLens ging es dann rund um die zwei Tausende dahin dass tatsächlich Nachhaltigkeit ein Thema spielte.

00:12:52: Ein bisschen unbekannteres Projekt vielleicht heute, das Millennium Village war nicht damals spannend.

00:12:57: ich hatte auch in London studiert Mit der die Greenwich Peninsularen geschaut und da haben wir auch einen Wurf dafür gemacht.

00:13:04: Das heißt, wir haben dann besucht auch so ein bisschen mitzuspielen kurz vor dem Millendium Und zu sehen dass er neuer Stadthelten stehen soll als Vorbild für das Leben des XXI Jahrhunderts.

00:13:15: Das fand ich super!

00:13:16: Fand ich total klasse, dass sie auch das will ich mal machen solche Ideen entwickeln.

00:13:21: Danach ging es ja weiter, im Jahr zwanzig zwölf mit den London Olympics Die ersten olympischen Spiele, das erste Großprojekt bei denen der Rückbau gleich schon mit geplant wurde als sie die Spiele organisiert haben.

00:13:32: Das heißt muss man mal zusammenzufassen Land in Doklen ist ein superspannendes Groß-Projekt was so viele Facetten hatten auch zeigt dass Stadtentwicklung eigentlich nie aufhört sondern dass ich das immer wieder neu erfinden muss und eigentlich immer weiter geht.

00:13:47: deswegen für mich nach wie vor ein prägendes sehr spannendes Projekt.

00:13:53: Schön!

00:13:54: Sehr gut Okay, dann würde ich sagen Herr Ganser, dann starten wir ins Gespräch.

00:14:00: Wir wollen bevor wir jetzt wirklich so auf so konkrete Probleme oder Dilemmate eingehen, würde ich uns ein bisschen allgemein erstmal so ran wagen an das Thema und ich dachte wir machen einen kleinen Reality-Check.

00:14:17: Ich habe das Gefühl... anhand der sogenannten Stadtbilddebatte in den Medien war es dann sehr deutlich, wobei sich die natürlich eher auf soziale Probleme bezog oder scheinbare Probleme.

00:14:30: Aber die Situation von Städten habe ich das Gefühl schon seit einer Weile extrem nimmt im öffentlichen Diskurs immer wichtigere Debatte ein und ich hab das Gefühl meistens ist das Gefühl in Deutschland derzeit dahingehend eher negativ, wir haben irgendwie das Gefühl unsere Städte sind in einer schlechten Verfassung.

00:14:50: Sind irgendwie runtergewirtschaftet?

00:14:53: Sind vielleicht irgendwie überfordert?

00:14:56: Sind zu heiß?

00:14:57: Sind so laut?

00:14:58: Zu feinstaubig?

00:14:59: Zu verdreckt sonst was.

00:15:02: und deswegen würden wir... Wir haben ja im Podcast natürlich auch immer den Wunsch, sag ich mal Lösungen aufzuzeichnen zum Motivieren.

00:15:09: Wir wollen aber natürlich auch in bester Ingenieursmentalität natürlich auch Probleme benennen.

00:15:15: Deswegen, Herr Ganser wie geht es denn unseren Städten derzeit?

00:15:20: Das ist eine ganz hervorragende Frage.

00:15:21: Auf dies aber leider keine One Size Fits All Antwort gibt weil die Städte einfach so unterschiedlich sind.

00:15:28: Das heißt wir haben ja in Deutschland sehr große Städter.

00:15:32: Also tatsächlich globale Städtchen wie Berlin also so ganz echte Großstadt und Global City Berliner zwölf Stadtbezirke, jeder davon ist ungefähr so groß wie Mannheim und das war ein bisschen Relation zu setzen.

00:15:45: Das heißt dann zu fragen, okay?

00:15:46: Wie geht es an der Stadt?

00:15:47: Ist super schwierig!

00:15:49: Es geht den Stadtteilen in der Stadt sehr unterschiedlich glaube ich.

00:15:53: Das heisst man muss da differenzieren Und es gibt bestimmt Stadtteile, denen geht's deutlich besser als anderen.

00:16:01: also auch in einer solchen großen Stadt welche, die sehr viel mehr Grünflächen haben schon historisch.

00:16:06: Also deswegen mit der angesprochenen Hitze oder auch dem Thema Starkregen, viel besser umgehen können.

00:16:12: Die haben einen leichteren Start wenn sie so wollen.

00:16:15: Gleichwohl haben wir natürlich schon große Herausforderungen, die alle Standorte gleichermaßen betreffen also demografischer Wandel als ganz zentrales Thema in der immer älter werdenden Bevölkerung insgesamt Obwohl natürlich auch das sehr unterschiedlich ist.

00:16:31: Demografie in den Städten, auch super unterschiedlich von Standort zu Standort Aber es ist ein großes Thema Genau wie auch Klimawandel.

00:16:42: Da haben sie viele Städte in der Vergangenheit hauptsächlich auf Klimaschutz gesetzt.

00:16:46: aber Klimaanpassung ist eigentlich das Gebot der Stunde.

00:16:48: Das muss jetzt echt schnell gehen damit dass was die angesprochen hatten diese Probleme gerade in den städten Wo wir eine sehr dichte Bebauung haben auch sehr viel gezogen zusammenkommen dann nicht überhand nehmen.

00:17:00: und last but not least Strukturwandel.

00:17:02: Also auch für die Region Stuttgart natürlich etwas, was vor etlichen Jahren als die Iber-Diskussion so erstmal Fahrtaufnahmen also grobe Idee da stand präventiver Strukturwandel weil war man damals schon mittendrin hat es gar nicht gesehen.

00:17:17: das heißt dritte ist ein großes Thema für alle Städte.

00:17:21: Wie gesagt die Städten werden sehr unterschiedlich betroffen sein Lein durch ihre Größe Aber auch durch ihren Standaun in der Region.

00:17:28: Also eine Stadt ist eigentlich nie wie so ne Insel im Ozean für sich zu sehen, sondern jede Stadt hat ihr Hinterland und das Hinterland- und die Regionen oder auch das Bundesland wenn man so will.

00:17:39: Die prägen natürlich auch diese Ausgangssituationen.

00:17:42: Da haben wir natürlich auch sehr unterschiedliche Ausgangsbedingungen und auch sehr verschiedene Perspektiven der Städte.

00:17:50: also wenn ich jetzt in den neuen Bundesländer schaue... Eine Stadt wie Dessau, ein zentrales Beispiel.

00:17:55: Das Standort des Bundesumweltamtes ist extra dahin verliegt worden um diese Stadt auch ein bisschen zu stützen als strukturelle Maßnahme

00:18:06: und ein bekanntes Theater gibt es

00:18:08: ja.

00:18:08: Ja das ist richtig!

00:18:10: Auch keine schlechte Hochschule und eine super Bauhaushistorie.

00:18:12: also eigentlich eine total spannende Stadt, da sind auch paar schöne historische Ecken dort.

00:18:18: Das Bauhaus Museum war ich auch schon ganz toll

00:18:20: Das ist super.

00:18:21: Auf die Meisterhäuser dort anzuschauen, könnt jedem nur empfehlen.

00:18:25: und trotzdem erwartet deshalb ein Bevölkerungsrückgang von um die sechzehn Prozent bis zwanzigvierzig.

00:18:33: Echt krass!

00:18:34: Aber wegen Abwanderung oder?

00:18:37: Das ist eine Mischung aus unterschiedlichen Faktoren.

00:18:40: Es ist tatsächlich so natürliche Bevölkerungsentwicklung über Sterbe-Geburtenrate aber auch dann Binnenwanderungen vor allem auch Ja, tatsächlich.

00:18:49: Das heißt nur das U-Bahn dorthin zu verlegen war noch nicht ausreichend.

00:18:54: Das ist mal so seine Beispiel.

00:18:55: Anderes Ende der Fadenstange müssen wir in Baden-Württemberg nicht weit schauen, also die Stadt Konstanz zum Beispiel ganz klar besondere Situation sehr schöne Lage am Bodensee an der Schweizer Grenze.

00:19:06: Ich hab

00:19:06: da Studier, ja.

00:19:08: Sehr

00:19:09: hohe Lebensqualität!

00:19:10: Wir haben eine Konstanzspezialistin in diesem Raum.

00:19:13: Konstanz Liebhaberin, super schöne Stadt.

00:19:16: Also ich liebe Konstanz auch und Konstanz ist in der schwierigen aber vielleicht luxuriösen Situation Die können steuern wie weit sie wachsen wollen.

00:19:24: Also man rechnet jetzt um das wieder mit Dessau zu vergleichen, vielleicht also bis zweizig-vierzig so ein bisschen mit neun bis dreizehn Prozent Bevölkerungszuwachs und zwar je nachdem welche neuen Stadtteile bis dahin gebaut werden tatsächlich.

00:19:38: Das heißt da ist es wirklich absolutes Wachstumsmanagement.

00:19:41: und auf der anderen Seite wenn wir dann dieses Beispiel Dessaux oder neue Länder auch an verschiedenen Standorten anschauen dann müssen wir mit Schrumpfungen gehen.

00:19:49: Das ist eine genauso wichtige Aufgabe für Stadtplanung.

00:19:53: Also wie man sieht, die Städte sind so bunt wie unsere Gesellschaft heute.

00:19:57: Das heißt es ist echt nicht leicht eine gute Antwort darauf zu geben.

00:20:00: wir haben diese drei großen Herausforderungen und sehr unterschiedliche Voraussetzungen umzugehen

00:20:06: Und jetzt sitzen wir ja hier in Stuttgart.

00:20:07: deswegen würde mich jetzt noch interessieren Wie ist die Lage jetzt hier in stuttgart?

00:20:12: Die Lage Stuttgard ist das für dich auch eine sehr spannende?

00:20:15: also Man muss sagen, über die letzten Jahrzehnte fast ungebrochenes Wachstum, also konjunkturelles Wachstem auch.

00:20:22: Das heißt, das Stuttgart ist nach wie vor in einer sehr starken Position und ein sehr attraktiver Standort auch.

00:20:30: Hat natürlich lagebedingt auch ein spezielles Klimaproblem mit der Kessellage.

00:20:35: Ist auch allen bekannt Feinstaubdebatte auch stark durch Stuttgarten mit geprägt.

00:20:41: Aber insgesamt würde ich sagen, auch wenn nicht nur Stadtstücker betrachte, sondern die Regionen betrachten nach wie vor einen Standort mit sehr gutem Ausgangspotenzial einer sehr hohen Lebensqualität.

00:20:54: Es wird aber natürlich sehr stark darauf ankommen was wir daraus machen.

00:20:56: jetzt zu den nächsten Jahrzehnten.

00:20:59: Das stimmt ja.

00:21:01: Stuttgart ist eine interessante Position weil man geführt hat dass so viele Weichen jetzt gestellt werden.

00:21:08: Okay, und sagen Sie ja ganzer wie?

00:21:11: Nehmen Sie so die Debattenüberstätte wahr.

00:21:14: Also ich habe das Gefühl es wird sehr viel geschimpft über Städte, dass sie nicht... Dass die Lebensqualität nicht hoch genug ist, dass sich vielleicht nicht schön genug sind, dass die nicht grün genug sind usw.

00:21:30: Jetzt haben wir schon gerade auch gehört, dass es extrem vielseitig ist wovon das alles abhängt.

00:21:37: Wollen wir irgendwie oder haben wir mittlerweile so ein bisschen zu viel, zu hoher Anforderungen an unsere Städte?

00:21:43: Ist es vielleicht ganz normal dass nicht jede Stadt einem immer alles bieten kann.

00:21:47: Also ich glaube wünschen zu haben ist erstmal okay.

00:21:50: also ich glaube das sogar super wichtig und solche Ziele zu haben is' glaub ich auch super wichtig.

00:21:57: aber man muss sich auch klar machen dass bei diesen genannten Punkten natürlich Zielkonflikte auch eine riesengroße Rolle spielen.

00:22:05: Das heißt, ich werde es nie schaffen an jedem Standort immer alles gleichzeitig noch schnell zu erreichen.

00:22:11: Ich glaube

00:22:11: das ist vielleicht auch ein großes Problem der Stadtplanung in der öffentlichen Meinung insgesamt, dass wir eigentlich immer über sehr lange Zeiträume nachdenken.

00:22:21: Also das mal so ein bisschen runterzubrechen.

00:22:23: also wenn wir einen neuen Stadtteil entwickeln für weiß hier nicht zwei drei tausend Einwohner oder sowas Das dauert eben lässig über ein Jahrzehnt, das geht nicht so schnell.

00:22:34: Das heißt wenn wir jetzt heute über diese Themen sprechen, dass Grün die Bezahlbarkeit des Wohnens

00:22:39: etc.,

00:22:41: dann braucht es auch Zeit natürlich um das dann tatsächlich mit neuen Projekten dann auch befördern zu können zeigt aber auch also dass nur neue Projekte das nicht retten werden.

00:22:52: und das heißt wir müssen insbesondere auch an Bestand ran gehen und weiter auch im Bestand arbeiten und die Qualitäten die da sind sichern und gleichzeitig aber auch noch weiter ausbauen.

00:23:02: Das heißt, auf einer strategischen Ebene kann man sich sehr leicht einig werden.

00:23:07: Diese Ziele, die Stadt muss grün sein, die muss bezahlbar sein, sie muss sozial gemischt sein, multifunktional am besten durch ÖV super erschlossen, Fahrradfahren wichter gut können

00:23:16: usw.,

00:23:17: ist alles super!

00:23:18: Nur wenn ich das dann wieder für Suche umzusetzen, fällt mir spätestens dann auf.

00:23:23: Dass ich es auf so einem Quadratmeter Fläche eben nicht alles gleichzeitig unterbringen kann.

00:23:27: Ich kann dann nicht gleichzeitig in öffentlichen Parkplatz im privaten Stellplatz ein Wohnhaus und Spielplatz der Redenzionsfläche den Baum, der im Sommer einen Schatten spendet etc.

00:23:36: draufstellen.

00:23:38: da gibt's Flächenkonkurrenzen.

00:23:39: also das heißt die Fläche ist schon mal so limitierender Faktor damit umzugehen und das macht den Job in der Stadt planen und natürlich auch super spannend.

00:23:48: Das ist genau unser Job dann tatsächlich darüber nachzudenken, was ist denn an diesem Standort tatsächlich die Priorität?

00:23:54: Also wofür wird jetzt dieser Quadrat mit der Fläche wirklich eingesetzt?

00:23:59: Man kommt natürlich immer stärker dazu.

00:24:01: es ist auch ganz klar dass wir sagen Wir können mit Flächen als begrenzte Ressource nicht beliebig umgehen sondern wir müssen mit sehr sparsam umgehen.

00:24:12: Das macht das Leben in den Städten vielleicht noch spannender, aber vielleicht auch die Stadtplanung da noch schwerer.

00:24:19: Denn das Thema Innenentwicklung und immer weiter nachzuverdichten ist hat natürlich auch wieder Zielkonflikte.

00:24:25: Das heißt, wenn wir die landwirtschaftlichen Flächen auf die Landschaft draußen aussparen sagen okay wir wollen wirklich alles drin machen Dann müssen wir ganz klar sagen, wir brauchen eine doppelte Innenentwicklung.

00:24:37: Wo ihr nicht nur mehr Dichte erzeugt für bauliche Dichte sondern wo das Grün auch mitgenommen wird.

00:24:42: Also wo wir auch mehr Grünen in die Städte holen und mehr Qualität.

00:24:46: Und das ist nicht leicht!

00:24:48: Das heißt dass so tatsächlich die Quadratur des Kreises in der Stadt planet.

00:24:52: Und stellen Sie fest, dass sich die Städte jetzt gerade auch am Beispiel von Schuttgart zum Beispiel verändern.

00:24:57: Also es ist gerade der Einzelhandel wird ja regelmäßig diskutiert, das er doch sehr stark durch die ganzen Online-Shops abgelöst wird.

00:25:05: Dass sich auch gerade viele kleine Läden in der Innenstadt vielleicht gar nicht mehr halten können aufgrund der wahnsinnig hohen Mieten, die da mittlerweile beispielsweise auf der Königsstraße oder auch im Dorothekenquartier anfallen?

00:25:19: Verändert es dann auch den Beruf des Stadtplaners, dass man vielleicht auch anders gucken muss?

00:25:23: Na klar.

00:25:24: Also das Thema was passiert in unseren Innenstädten ist natürlich auch ein superwichtiges also ich glaube auch super wichtig für die Attraktivität der Stadt.

00:25:32: Also ich als Stadtplaner und auch als Stadtbewohner finde das total schade, wenn dieses das Laden sterben, was wir glaube ich jetzt aktuell wirklich sehr stark sehen um das mal mit so einem ganz populären Begriff zu belegen Das ist schon sehr virulent.

00:25:46: Lebe ja in den Tübingen und auch dort, ne?

00:25:48: In dieser romantischen kleinen Altstadt.

00:25:50: Die vor wenigen Jahren noch geprägt war durch eine super vielfältige, auch Eigentümer geführte Geschäftsstruktur.

00:25:57: Die Läden sind so krass abgeschmackt.

00:26:00: Ich finde es gibt neue Straßezüge im Tübbingen die richtig gruselig sind und wo noch toller Einzelhandel war von ein paar Jahren.

00:26:05: Absolut

00:26:05: richtig!

00:26:06: Und das ist natürlich wie Sie auch schon sagten... Das ist tatsächlich So eine Schere oder so eine Zange irgendwo, die von mehreren Seiten irgendwo dann Geschäftsbetreiber oder auch Geschäftsmodelle bedrängt.

00:26:20: Internethandel definitiv ein Thema.

00:26:23: der Transport ist natürlich nach wie vor viel zu billig.

00:26:25: das heißt Die fiskalischen Probleme dabei sind nicht gelöst.

00:26:30: Das ist ein Ungleichgewicht.

00:26:32: es leichter billig zu verkaufen online als dass ich das mit echten Fachkräften in dem Laden mit teurer Miete vielleicht, der dann tatsächlich in der Stadt bezahle.

00:26:41: Und teure Miete ist natürlich ein Thema, ne?

00:26:43: Teure Miet im Erdgeschoss kann man nicht trennen vom rechts des Gebäudes.

00:26:48: Ist aber tatsächlich ein Problem.

00:26:51: Vielleicht an einigen Standorten also das auch durch Jahre... ...durch die letzten Jahrzehnte vielleicht auch Eigentümer verwöhnt waren.

00:26:59: Also dass Boa Miet und Pachtzahlungen durchaus möglich waren.

00:27:02: seit Corona spätestens ist das eben anders.

00:27:05: Läuft nicht mehr so Und da kann man als Stadtplaner oder auch als Stadt insgesamt echt wenig machen.

00:27:11: Klar, man kann mit den Eigentümern sprechen und versuchen Verständnis zu wecken und für die Stadt als Ganzes zu werben aber das ist echt nicht leicht.

00:27:21: also vor allem über das Eigentumsrecht in Deutschland sehr hoch aufgehängt ist.

00:27:25: Es gibt natürlich fiskalische Modelle mit denen man rangehen kann.

00:27:29: also das heißt Leerstand ein bisschen höher zu besteuern aller Regel.

00:27:33: Also wirken die bislang zumindest noch nicht so effektiv, dass es wirklich ziehen würde?

00:27:39: Echt schwer!

00:27:40: Und man muss ja sagen... Es liegt ja jetzt am Beispiel von Schuttgart.

00:27:44: Wir haben kein Leerstand sondern das wird ja aufgefüllt mit Billigketten, die halt wahnsinnig viel vermute ich zumindest über die Masse machen und die können zahlen eine Miete von

00:28:01: Ja, vielleicht das.

00:28:01: Also das ist wahrscheinlich so ein bisschen der Weg den dann so eine Ladenfläche geben könnte ne?

00:28:06: Die Billigkette oder also die typischen Verdächtigen, die man sonst in der Stadt vielleicht vorfindet... Dann kommt die Fototapeter ans Fenster für den etwas längeren Leerstand, damit sich gar so gruselig aussieht.

00:28:20: Aber ich finde da haben wir schon das Problem im Stadtbild definitiv, wenn wir dann nur noch die Euro-Shops oder die Phototapeten da haben.

00:28:28: Das Leben auf der Straße fehlt natürlich irgendwo ein bisschen.

00:28:31: also die Interaktion zwischen der Erdgeschosszone und dem öffentlichen Raum, das leidet total.

00:28:39: Es gibt auch total positive Beispiele wie man daran gehen kann.

00:28:44: Die sind natürlich nicht übertragbar auf alle Standorte.

00:28:47: Und die funktionieren aber in größeren Städten, genau wie auch in kleinen Orten.

00:28:53: Das heißt, die Städte, die Kommune selbst kann aktiv werden und kann versuchen also im Teil des Fall über Vorkaufsrechte oder ähnliches Flächen zu erwerben um die dann selbst zu bespielen oder zu verpacken.

00:29:05: Es gibt ein ganz schönes Beispiel, wie ich finde eine kleine Ortschaft in der Nähe von Tübingen.

00:29:10: Die ist Nähren also die bekannt ist ja ganz viel Fachwerkhäuser hat auch einen schönen sanierten alten Ortskern da die Gemeinde den Landgasthof gekauft.

00:29:21: Der dort in der Gemeinde schon historisch existierte aber dann natürlich die üblichen Probleme hatte der Ertragfähigkeit der Rohnpacht etc.

00:29:30: Und die verpachten das jetzt im genossenschaftlichen Modell und erhalten dadurch ihren Landgast hoch.

00:29:36: In England würde man sagen, the pub is the hub!

00:29:38: Da trifft man sich, da tauscht man sich aus ist es erweiterte Wohnzimmer, die haben sich das erhalten.

00:29:43: also sie leisten sich das gemeint.

00:29:45: Es geht immer natürlich nur

00:29:47: weil

00:29:47: die auch entsprechend finanziell aufgestellt sind wird nicht jede Stadt und nicht jedes Dorf machen können.

00:29:52: aber darauf wird dann irgendwann zurückfallen wahrscheinlich entweder bessere Instrumente zu haben oder bessere ökonomische Möglichkeiten, um dann da hinzugreifen?

00:30:04: Ganz jetzt hatten sie eben schon vor ein paar Minuten dieses ganze Thema Flächenkonkurrenz angebrochen.

00:30:13: Also was ist denn jetzt die Prio?

00:30:15: Was wollen wir uns leisten?

00:30:17: Was ist auf Prio eins?

00:30:18: Was können wir uns vielleicht nicht leisten?

00:30:19: Wollen wir uns nicht leisten?

00:30:21: und ich würde sagen da weil wir jetzt auch mal auf diese ganzen Dilemma Jetzt haben wir in unserem Folgenkiel schon auf dieses ganze Thema statt am Limit und irgendwie scheint die Situation angespannt zu sein hingewiesen.

00:30:36: Ich würde vorstellen, da gehen wir mal wirklich rein und ich würde es cool finden wenn Sie anhand dieser Flächenkonkurrenz vielleicht auch mal erklären könnten immer nebenbei so ein bisschen wie Stadtplanung überhaupt arbeitet oder funktioniert.

00:30:47: also wir haben jetzt die Stadt als Raum der super vielfältig aber auch chaotisch ist.

00:30:53: Wie kann man denn da überhaupt irgendwas planen?

00:30:55: Und wie geht jetzt die Stadtplanung damit um, dass wir im Grunde genommen pro Quadratmeter zehn Funktion haben wollen, die alle sich gegenseitig ausschließen.

00:31:03: Ja eine sehr schöne Frage wieder!

00:31:06: Also zum einen ist es natürlich hochkomplexes sieht man.

00:31:10: Städte sind sehr komplexe Organismen Und das heißt, da muss man sich wahrscheinlich auch von zwei Seiten nähern.

00:31:17: Also zum einen gibt es natürlich dann tatsächlich städtebauliche Großprojekte also da wo vielleicht eine alte Nutzung wegfällt so ein großem Stil ob Rachflächen auftauchen.

00:31:28: Das heißt da kann man dann tatsächlich mit so einem Tabularase-Approach ran gehen.

00:31:34: Ganz klar, wenn es historische schöne Bausubstanz gibt das alte Industriedenkmale oder ähnliches wird erhalten.

00:31:39: aber ansonsten kann man da tatsächlich in großem Stil statt neu denken ist auch eine große Chance natürlich also ähnlich wie das vorher zitiert im Millenium Village dann tatsächlich an dem solchen Standort ein städtisches Leuchtturmprojekt zu etablieren wovon dann noch andere Stadtteile auch die Nachbarschaft partizipieren können.

00:31:58: Also sowas wie Stuttgart Rosenstein

00:32:03: Zum Beispiel so eine Möglichkeit, dass man sagt wir denken tatsächlich statt in großem Stil neu und das können wir auch mit einem einheitlichen städtebaulichen Konzept durchziehen.

00:32:15: Also wir haben vor ein paar Jahren eine super interessante Studie gemacht für das BBSR also unser Bundesinstitut die sich auch mit Städtebauen bauen befassen im Boden Berlin Und da haben wir Deutschland weit angeschaut, also wie viele neue Stadtheile es da entstanden sind und wie die sich entwickelt haben.

00:32:34: Also seit den neunziger Jahren bis in die zwei tausendzehende Jahre hinein.

00:32:38: Ich habe auch dargesehen dieses bunte Bild das steht einfach aber neue Stadt heile.

00:32:42: wie gesagt ist so eine Möglichkeit daran zu gehen statt neu zu erfinden und dann größeren Strukturen zu denken.

00:32:50: Das andere sind natürlich viel kleinteiligere Prozesse.

00:32:55: Das heißt, da reden wir über den einzelnen Leerstand also ein Gebäude was vielleicht leer steht oder wir sprechen Überbaulücken die noch vorhanden sind das heißt sehr viele kleine Puzzleteile die dann kumulativ aber betrachtet werden müssen.

00:33:10: Es ist ja häufig das Problem wenn ich das eben nicht mache Wenn ich ganz viele von diesen Baulücken fülle beispielsweise und nicht drüber nachdenke, wieviel Autos haben da halt die Leute?

00:33:21: Die dann da wohnen werden in den Baulücken, die ich jetzt schön befüllt habe über die ich mich vielleicht gefreut habe.

00:33:26: Das sagt super toll!

00:33:27: Endlich wieder mehr Wohleinheiten, die Stadt gezaubert, manche davon sind vielleicht sogar bezahlbar.

00:33:32: Muss ich natürlich noch weiter denken, überlegen was macht das denn mit dem was noch voll ist.

00:33:36: Welche Infrastruktur ist erforderlich?

00:33:39: Gleichzeitig muss ich darüber nachdenken Was heißt das denn für die Versiegelung in der Stadt vor dem Hintergrund des nächsten Starkriegens, der vielleicht kommt?

00:33:47: Das heisst all diese Punkte muss man im Großen wie im Kleinen auf dem Schirm haben.

00:33:52: Und es macht die Stadtplanung so spannend aber macht's natürlich auch sehr komplex.

00:33:57: Das heißt um es nochmal zusammenzufassen man nähert sich eigentlich von zwei Seiten wenn man so will kann fast sagen top down bottom up also über ganz viele kleine Projekte die man aber konzeptionell zusammen denken muss.

00:34:08: oder es gibt wirkliche Großprojekte die natürlich dann auch Folgen haben im weiteren Umfeld, dem man auch nicht bedenken muss.

00:34:16: Und dann hat Schadplaner natürlich sehr viele Verknüpfungen mit anderen Disziplinen.

00:34:22: D.h.,

00:34:23: Stichwort Klimawandel hatte ich vorher angesprochen.

00:34:26: Da forschen war auch viel dazu und zwar immer gemeinsam eigentlich mit Ingenieurdisziplinden.

00:34:32: auch insbesondere also gerade Bauingenieure der Siedlungswasserwirtschaft sind super wichtig!

00:34:37: Damit wir diese Themen, Hitze, Trockenheit extrem stark regeln in der Stadt über Banesturzfluten im Griff bekommen können.

00:34:46: Das heißt, wir werden als Stadtplaner nie alleine losziehen und diese Problemanalyse die sie vorher angesprochen hatten machen oder auch dann eine Planung betreiben sondern wir bemühen uns eigentlich immer von Stunde eins an die wichtigen standardmäßigen Disziplinen, die wir für diesen Standort brauchen.

00:35:05: Damit am Bord zu haben und mit denen zu sprechen.

00:35:09: Das alleine ist vielleicht schon eine Herausforderung.

00:35:11: also gerade für das hier auch erwähnte Projekt oder eines der Projekte da haben wir uns gekümmert um das Thema Starkregenresilienzen in der Siedlungsplanung wie man es noch besser etablieren kann.

00:35:24: Wir haben sehr schnell festgestellt gemeinsam mit den Bauern, die das Kollegen müssen so ein Glosser entwickeln wo wir den Bauernchen durchsprechende Stadtplaner-Sprech zusammenbringen.

00:35:32: Wir beide wissen, was meinetweht eigentlich wenn wir ein bestimmtes Fachwort bewähnen.

00:35:36: Also insofern ist das wichtig um das auf dem Schirm zu haben also fachlich eine sehr große Bandbreite abzudecken und eine große Problem Awareness zu haben natürlich auch mit den Städten.

00:35:50: Und was machen wir jetzt mit der Flächenkonkurrenz?

00:35:53: Ja, Flächenkonkurrenz.

00:35:54: Fläche kann ich nicht klonen.

00:35:56: Das ist auch so ein beliebter Spruch oder irgendwie ein amerikanischer Guru hat ja gesagt, they stop making it by land.

00:36:04: Es ist ein super gutes Invest.

00:36:06: Das heißt wenn Land nicht weiter hergestellt wird außer vielleicht in den Niederlanden, die versuchen sich immer ein bisschen zu vergrößern also was ihre Landfläche angeht Dann ist das natürlich ein sehr knappes Gut, ganz klar.

00:36:20: Und wir haben diese schon vorhin angesprochenen großen Flächenkonkurrenzen.

00:36:24: also der jüngste Ansatz gerade auch im Kontext Klima an Passungen, die super wichtig ist und ja gut funktioniert muss man sagen jetzt auch gute Beispiele.

00:36:34: schon dafür Ist neues Zauberwort multikodierte Flächennutzung.

00:36:39: Das heißt jede Fläche muss tatsächlich dann mehrere Funktionen übernehmen hat wie ich vorher schon sagte natürlich ihre Grenzen.

00:36:46: Aber man kann zum Beispiel tatsächlich einen Innenhof eines Wohnblocks multikuliert denken.

00:36:53: Das heißt dieser Innenhof muss dann gleichzeitig vielleicht unter dem Teil des Innenhofs eine Tiefgarage beherbergen, dass sich da die Autos runterstellen können.

00:37:04: Die dürfen aber nicht die ganze Hoffläche einnehmen und ich brauche wahrscheinlich auch nur irgendwo Platz für meine Retentionsfläche für den Starkregen der vielleicht kommt oder sonst ein Innenhof oder das Gebäude fluten würde und gleichzeitig will ich eine Versicherung haben.

00:37:19: Das funktioniert natürlich nicht durch die Tiefgarage, sondern nur in den Flächen wo der Hof nicht unterbaut ist.

00:37:25: Und dann muss so ne Fläche natürlich auch, weil sie auch begrenzt ist, auch Geld kostet sowohl im Kauf für jeden Eigentümer oder für jeden Mieter, der da in diesem Baublock wohnt.

00:37:37: Da muss überschaubar bleiben muss gleichzeitig aber auch einen Platz fürs Kinderspielen bieten, muss ein bisschen Schatten haben.

00:37:43: Muss Aufenthaltsqualität haben für die Leute, die dort wohnen, dass sie sich da treffen können.

00:37:48: Das heißt ich versuche tatsächlich mehr Qualität pro Quadratmeter hinzubekommen als Quadratmetern für sich einfach quantitativ zu vermehren.

00:37:58: So gerade in der Region diese teuer ist wie Stuttgart ist das völlig klar, dass nicht funktioniert also auch über mehr Fläche dann tatsächlich Probleme zu lösen, sondern man muss sehr flächeneffizient handeln.

00:38:11: Und das führt beim Gebäude nicht auf, ne?

00:38:13: Das heißt der Dachgarten, das Gründach, da ist wirklich sowieso mit der Solarpflicht im Baden-Württemberg auch noch Solar auf dem Dach.

00:38:21: Aber da gibt es schon eine Flächenkonkurrenz auf den Flächen die wir schon übereinander gestabelt haben und die schon total dicht genutzt sind Und das Krasse dabei ist natürlich dann auch noch, dass diese hohe Verdichtung bezahlbar sein muss.

00:38:36: Kann sich schon vorstellen alles was ich genannt hatte.

00:38:39: Alte sie Dinge kosten irgendwo Geld und das da noch hin zu bekommen, dass sich das noch über leisten kann.

00:38:44: Das ist der echte Trick damit sich wirklich jeder noch leisten kann in der Stadt zu leben.

00:38:51: Und ich denke, das würde ich vielleicht auch in der Stelle noch kurz sagen.

00:38:54: Jede zwar ein bisschen weg von der Flächenkonkurrenz hat aber ganz viel mit dem Leben in der Stadt zu tun.

00:39:00: Wenn wir es nicht schaffen dann tatsächlich alle sozialen Milieus und alle Berufsgruppe mit ganz unterschiedlichen Einkommen In der Stadt tatsächlich auf Wohnraum anzubieten Leidet die Stadt als Ganzes.

00:39:11: Also wenn ich's nicht schaffe Der Polizistin, den Kindergärtner, den Krankenpfleger Die alle vielleicht nie soviel verdienen Auf Wohnraum in der Statt zu liefern dann geht die Infrastruktur dem Bach runter.

00:39:22: Also auch das hatte ich persönlich schon sehr früh erlebt, als wir nach Oxford gezogen sind.

00:39:29: Die Engländer sind mit vielen Problemen früher dran als die Deutschen.

00:39:31: Das ist ganz lustig zu sehen, so wie die Jahrzehnte auch, die ich das jetzt schon anschauen kann.

00:39:36: Das heißt also, dass wir damals in Oxford gezogensinnt, das war so Mitte der zweitausender Jahre... Aber ich habe noch niemals ein so schlechtes Busverkehrssystem erlebt wie dort.

00:39:46: Also wirklich völlig unterirdisch, lag unter anderem daran dass die Busfahrer eben auch sehr offen gesagt haben Ja mein Job will ja keiner machen ist so teuer hier da zieht keiner hin ob ich jetzt zur Arbeit gehe früh komme spät komme total egal rausfliegen tue ich nicht.

00:40:00: und das macht natürlich was mit der Stadt schon mit der ganzen Infrastruktur.

00:40:05: Also das wie gesagt große Herausforderung, Bezahlbarkeit gewährleisten in der Stadt also trotz hohem Flächendruck.

00:40:12: Trotz hohen Flächenpreisen.

00:40:14: und da gibt es auch ganz interessante Ansätze wieso was funktioniert.

00:40:18: aber auch dass ist nicht leicht.

00:40:19: Das heißt es bleibt sehr spannend und sehr schwierig auch das hinzubekommen.

00:40:24: Und wer muss denn jetzt aktiv werden um diese ganzen Dilemmata anzugehen?

00:40:30: dieser Hitzeinseh-Effekt, der Verkehrskollaps, der Sanierungsstau sind das.

00:40:34: Jetzt ist es ja jetzt alles!

00:40:35: Also wer muss jetzt aktiv werden?

00:40:38: Ja.

00:40:39: Ähm... alle!

00:40:41: Das ist eine ganz kurze Antwort.

00:40:45: Aber uns noch mal ein bisschen zu differenzieren.

00:40:48: Ganz klar also wir haben ja glücklicherweise in ganz vielen Standorten ne gute kommunale Politik, also Politiker die echt was bewegen wollen für ihre Stadt.

00:40:58: Ganz klar, der politische Wille muss da sein.

00:41:00: Ohne politischen Willen funktioniert nichts.

00:41:03: So ein Stadtplanung schon zweimal nicht.

00:41:05: Das ist auch eine sehr von der Politik abhängige Disziplin und auch die ganzen Planungsprozesse sind.

00:41:13: Und das finde ich auch super in deutschen Planungssystem durch die kommunale Planungshoheit geprägt.

00:41:19: D.h.,

00:41:19: die Politiker müssen das tatsächlich wollen!

00:41:22: Die müssen natürlich auch wissen, was sie wollen.

00:41:24: Das ist super wichtig!

00:41:25: Das heißt also die Fachleute, also Stadtplaner aber auch andere Disziplinen müssten es schaffen... ...die komplexen Sachverhalte so wie wir das ja heute versuchen ein bisschen runterzuberechen und verständlich zu machen.

00:41:36: Also damit auch einen Politiker der vielleicht aus einer ganz anderen Branche kommt mit Stadtplanern sonst nicht so viel im Hut hat zum Beispiel erst mal Einzelhandel kommt Aber damit natürlich diesen Link hat, dann versteht was heißt denn diese Gesamtkomplex an Problemen, den wir haben, die wir angehen müssen.

00:41:53: Dann liegt es natürlich auch in jedem Einzelnen, ne?

00:41:55: Die Bevölkerung in der Stadt muss auch mitziehen.

00:41:59: Nimbism ist wahrscheinlich auch bekannt so als Akronym North In My Backyard also ganz klassische Abwehrhaltungen gegenüber der Baustelle direkt vor meiner Türe, der Nachverdichtung in meinem Innenhof

00:42:12: etc.,

00:42:12: alles total nachvollziehbar und verständlich Aber auch ein großes Thema, also insbesondere dann wenn die Fläche knapp ist und wir immer mehr versuchen auf der gleichen Fläche zu erreichen.

00:42:23: Vorher das Thema Einzelhandel was wir angesprochen hatten.

00:42:26: es liegt natürlich auch in jeder einzelnen Person wo sie einkaufen.

00:42:31: Ich muss mir auch jedes mal aktiv immer, wenn ich irgendwie einen Kaufbedarf habe überlegen.

00:42:37: Wo kaufst du das jetzt ein?

00:42:38: Also, ich versuche auf jeden Fall, es hätte gesagt, ich wohne in Tübingen und ich versuchte vieles tatsächlich in der Stadt in den Tüblingen einzukaufen.

00:42:45: Eine Frau lacht manchmal über mich, sagt Du kannst das nicht alleine retten.

00:42:48: aber ich denke, dass tatsächlich jeder... drüber nachdenken und überlegen.

00:42:54: Will ich den Fachhandel haben, wie sich mich da beraten lassen?

00:42:56: Wie ich den Rucksack vor Ort anprobieren oder die Jogging-Schuhe oder sowas?

00:43:00: weiß dass sie passt und nehmen Sie mit und zahlt ein bisschen mehr?

00:43:03: Oder mache ich das nicht und bestelle das dann auf gut Glück, dass es mir gefällt passt oder auch nicht muss es dann zurückschicken.

00:43:10: macht auch was natürlich mit dem ökologischen Fußabdruck.

00:43:13: an jeden Joggingschuß würde ich sagen wie oft er hin und her geschickt wird.

00:43:17: also ist auch das Thema jedes einzeln.

00:43:21: um es nochmal zusammenzufassen.

00:43:22: Wir alle müssen was tun, Politik muss etwas tun.

00:43:24: ganz klar politischer Wille muss da sein.

00:43:26: die Fachleute müssen ja nicht in ihrem fachlichen Silo sitzen bleiben und verharren auch wenn das bequem ist sondern sie müssen sich mit den anderen Disziplinen vernetzen und müssen aktiv werden.

00:43:38: Und die Bevölkerung muss natürlich auch mitmachen.

00:43:40: Das heißt ohne dem privaten Bauherrn, ohne den Stadtbewohner der auch seine Kaufentscheidungen sinnvoll trifft Jetzt nicht funktionieren.

00:43:48: Und es gilt in der Stadt wie auf dem Dorf, also auch der Dorfladen oder der Bäcker den sich jeder wünscht an seinem Dorf überlebt nicht wenn man da nur hingeht um das vergehen den vergessenen Liter Milch oder die vergessene Butter zu holen und der Rest für den Discounter irgendwo anders geholt.

00:44:02: Also auch kollektive Verantwortung, wenn man so will.

00:44:07: Stabplanung hat bei dem Ganzen eine ganz zentrale Rolle glaube ich.

00:44:12: Das heißt, dadurch dass Stadtplanungen so viele Verknüpfungspunkte, so viele Schnittstellen hatten mit den anderen Disziplinen wird es häufig an der Stadtplanung sein da eine Federführung zu übernehmen und das zu koordinieren auch.

00:44:25: Damit dann das städtebauliche Großprojekt funktioniert und nichts vergessen wird oder die vielen kleinen Projekten in der Stadt dann gemeinsam gesteuert werden können.

00:44:36: Wow!

00:44:37: Also ich habe das Gefühl wir haben auf jeden Fall große Herausforderungen vor uns.

00:44:42: Und tatsächlich, was Sie angesprochen haben Herr Ganser.

00:44:46: Es muss ja noch bezahlbar bleiben.

00:44:48: also wenn ich mir jetzt das angehört habe was alles auf einer so eine Fläche stattfinden soll macht es für mich zumindest absolut nachvollziehbar warum auch die Mieten so wahnsinnig hoch sind wo man sich aber natürlich dann fregt wer solltest du noch bezahlen?

00:45:01: und wir wünschen uns ja total dass auch die Krankenschwester und der Busfahrer der Polizist in der Innenstadt eben wohnen können damit die auch kurze Wege haben.

00:45:11: Also viele Herausforderungen die nächsten Jahre auf jeden Fall.

00:45:15: Und ich glaube in Stuttgart haben wir ganz besondere Herausforderung, gerade auch vor der im Hinblick auf die wirtschaftliche Situation jetzt gesehen hier mit der Automobilindustrie.

00:45:25: wenn wir jetzt sagen wir machen mal so ein kleines Stuttgartspezial so die Trennung von der autogerechten Stadt sag' ich mal wie schmerzhaft wird dieser Prozess für Stuttgard sein und Sind wir dafür hier überhaupt bereit?

00:45:44: Ja, auch eine super spannende Frage.

00:45:45: Also vielen Dank!

00:45:46: Ich finde die Fragen alle super passend, super zeitgemäßen und sehr spannend.

00:45:51: Aber jede Frage ist eigentlich ein eigener kleiner Pottkrieg.

00:45:54: Einig ja.

00:45:54: Das ist tatsächlich so... Und ich bin noch kein Verkehrsplaner.

00:45:57: Das möchte ich an der Stelle gerade vor diesem Hintergrund eher so bisschen verkehrsbahnderisch ausgerichtet sind.

00:46:02: Fragen deutlich machen ganz klar wer.

00:46:04: wir arbeiten immer auch eng eben mit der Verkehrsparnung zusammen.

00:46:07: Das muss sein, dass man kann Stabplanungen nicht ohne Verkehrsplanung denken andersherum.

00:46:12: aber zu den beiden konkreten Fragen sind wir es tut gerade bereit dafür wie schmerzhaft ist das?

00:46:18: ich würde sagen bein noch nicht bereiten sehr schmerzer als.

00:46:23: kurz zur Antwort tatsächlich

00:46:26: groß werden die Schmerzen?

00:46:30: Nein, also man muss sagen es wird natürlich auch vieles richtig gemacht.

00:46:33: Auch schon seit langer Zeit.

00:46:35: Ich würde aus Sicht der Stadtplanung allerdings sagen nicht nur die Stadtsstuttgar selbst im Blick nehmen sondern ich muss die Region sehen.

00:46:42: Also da wo dann tatsächlich auch viele Pendler Verknüpfungen da sind muss ich den Kreisen ein bisschen größer ziehen und der Verband der Region Stuttgart auch gemeinsam mit den Kommunen sehr weit.

00:46:55: über hundert Kommunen in der Region stuttgart sind dann im engen Austausch oder bemühen sich auch redlich.

00:47:04: Aber das ist auch immer ein Tauziehen, um die richtige Lösung und den richtigen Standort geht.

00:47:10: Da versucht man eben zum Beispiel schon bei allen größeren neuen Stadtteilen, also die vorher auch zitiert wurden mit mehreren Tausend Einwohnern an, die da wohnen können sollen natürlich Standorte zu wählen, die entweder schon eine gute Nachverkehrsanbindung haben Oder dann tatsächlich neuen ÖPNV dort hinzuplanen.

00:47:30: Das heißt also Stadtplanung und die Frage, wie ist die Mobilität am Standort?

00:47:34: Die muss eigentlich immer gemeinsam gedacht werden.

00:47:38: Wenn wir jetzt wieder ein bisschen mehr so nach Stuttgart schauen... Also einfach auch meine Wahrnehmung als jemand der häufiger hier zu tun hat und sich durch die Stadt bewegt.

00:47:48: Also Autofahren in der Stadt macht keinen Spaß.

00:47:51: Irgendwie nicht.

00:47:51: unter anderem war heute mit der Bahn hierhergekommen.

00:47:55: Aber gleichzeitig ist es natürlich auch eine Frage der Alternativen.

00:48:00: Das heißt, wenn ich sehe dass in Stuttgart jetzt schon viele Parkhäuser gerade abgerissen werden, also viele Baustellen da sind, viele öffentliche Parkplätze auch im Straßenraum umgewidmet werden verschwinden könnte man natürlich ahnen das sind so Pushfaktoren, dass die Leute dann eher vielleicht auf den UV umsteigen.

00:48:20: Auf der anderen Seite ist es auch kein Geheimnis, also das S-Bahnsystem Stuttgard mit nur einer zentralen Stammstrecke.

00:48:26: Das war schon in den zweitausender Jahren eigentlich ausgelastet, also wie gesagt ich bin kein Experte das ist jetzt eher so eine kursorische Betrachtung.

00:48:35: aber es ist völlig klar wenn ein System schon im Limit oder kurz vor dem Limit ist dann kann ich nicht in großem Stil die Leute umsteuern und dieses System so attraktiv machen dass sie das dann auch wirklich verlässlich benutzen können.

00:48:49: Dann gibt es natürlich diese Parallelität auch von U-Bahn und S-Bahnen.

00:48:52: Ich glaube, da habe ich so ein Eindruckssynergien nicht wirklich ausgeschöpft oder die Abstimmung funktioniert nicht so toll von der Taktung dass sich dann nahtlos umsteigen kann.

00:49:02: Also ich frage mich auch, ich habe jetzt gesehen, es gibt eine neue S-bahnlinie und parallele U-bahn zum Flughafen aber die scheinen im Moment eher in Konkurrenz zu laufen als das die irgendwie abgestimmt zusammenlaufen.

00:49:12: also das sind alles Punkte an denen man ansetzen könnte glaube ich im bestehenden System um das zu verbessern.

00:49:19: Also die Großbaustelle im Herzen der Stadt ist natürlich auch bekannt, ohne die jetzt beim Namen nennen zu müssen wahrscheinlich.

00:49:25: Also, für nur zwanzig Jahre oder so mit Open-End macht das wirklich auch was und es ist natürlich schon anstrengend und ist auch eine große Herausforderung, ein großes Problem also nicht nur für Verkehrsplanungen sondern auch für Stabplanung, was dann außen rum passiert.

00:49:44: Das heißt da muss sich schon viel tun.

00:49:46: In den Stadtteilen glaube ich, hat sich auch in der Köpfe der Menschen schon einiges getan.

00:49:52: Ich glaube viele Wege in den Stadt-Teilen, auch in Stuttgart bei nutzlos gemischten Strukturen also wo ich dann auch einkaufen kann, wo ich meinen Arzt vielleicht in Fahrrad oder Lauf näher habe machen die Leute das tatsächlich auch und fahren nicht mehr so viel Auto.

00:50:06: vielleicht im Stadtteil selbst.

00:50:08: aber jetzt auch nur anekdotisches Wissen aus eigener Erfahrung oder dem was ich mitbekomme von Freunden von Kollegen, die hier in Stuttgart wohnen.

00:50:19: Ich selbst hatte ja schon gesagt ich wohne in Tübingen und ich muss sagen... ...Tübingens Stadtplanung mit der ich persönlich jetzt nicht sehr viel zu tun habe.

00:50:29: Also ich unterrichte das Jahr also ich arbeite zwar auch tatsächlich mit der Stadt zusammen beratet ihr auch aber habt da jetzt keine sehr großen Karten drin.

00:50:37: in dem was dann bis jetzt passiert ist hat mich umgezogen, so ein bisschen.

00:50:42: Also ich hab tatsächlich mein neues Fahrrad gekauft als ich noch typisch gezogen bin, weil ich es sehr schnell gemerkt habe.

00:50:48: Autofahren ist so unattraktiv in der Stadt und es funktioniert viel schlechter.

00:50:52: Ich bin weniger schnell an dem Ort wo ich hin möchte also wenn ich Fahrrad fahre.

00:50:57: Und das haben andere Städte natürlich auch schon vorgemacht, also auch internationale Vorbilder wie Kopenhagen oder sowas die da... sehr bekannt für sind.

00:51:05: also man kann schon viel erreichen ich glaube auch mit überschaubaren mitteln so kopmerhagen hatte anfänglich auch nicht viel geld die haben das.

00:51:13: Mit einem sehr niedrigen budget gemacht und die fans die fahrrad berücken und so das kam später also am anfang von wirklich ein sehr simpler ansatz zu überlegen wie kann ich das viel attraktiver machen mit vielen kleinen annehmlichkeiten also wie Stahlbügeln an der Ampel, wo man sich das Fahrradfahrer festhalten kann.

00:51:30: Dass er nicht absteigen muss und dann einfach weiterfahren kann oder eine Grünwelle für Fahrrad-Fahrer oder ähnliche um dann tatsächlich so ein Weibschiff irgendwo hinzubekommen und auch so einen Modalen Schiff hin zu bekommen dass die Leute umstreiken.

00:51:45: Und das hilft natürlich auch.

00:51:48: Die schöne neue Arbeitswelt hilft auch, würde ich sagen.

00:51:51: Also kommen wir langsam ein bisschen zu den noch mehr positiven Dingen.

00:51:54: denn müssen wir ja auch sagen das ist ja nicht aussichtslos dass die sich verkehrswählende hinzubekommen und Ich würde auch sagen also gerade mit der Wirtschaftsstruktur in Stuttgart da gibt es ja schon auf sehr viele Jobs die Büro basiert sind also die Home Office gut erlauben Und ich meine ungefähr die Zahlen könnten so hinkommen also das ungefähr ein Viertel der Arbeitstätigen in Stuttgart auch ein bis zwei Tage Homeoffice machen können pro Woche.

00:52:22: Und die Arbeitgeber, das ja seit Corona auch deutlich leichter machen, Gesetzgebung hat sie es auch erleichtert und das macht schon sehr viele Zehntausend Fahrten am Tag aus.

00:52:31: Das entlastet die Straßen.

00:52:33: Funktioniert natürlich nicht mit jedem Job.

00:52:35: also der Krankenpfleger vorher zitierte, wenn ich von Homeoffices aus das machen könnte sondern tatsächlich im Krankenhaustell ist.

00:52:42: aber für einige funktioniert das und das hilft natürlich auch bottom line ist das bleibt schmerzhaft.

00:52:48: Ich glaube auch auf absehbare zeit und es braucht, glaub ich bessere gesamtkonzepte.

00:52:53: nochmal also da würde ich einfach auch noch mal über so ein kleines mini plädoyer halten und sagen leute arbeite bitte zusammen.

00:53:01: also diese frage bewohnen wir wo arbeiten wir wie kommen wir hin und her?

00:53:05: dass kann man nicht trennen.

00:53:06: also ich kann jetzt nicht nur ausgehen von der verkehrsplanung oder noch spezieller von einem verkehrsträger Verkehrswende bewerkstelligen, das geht nicht.

00:53:18: Und wenn wir jetzt noch mal, sag ich mal an einer Stelle mal so konkret rein bohren wollen jetzt nochmal?

00:53:26: Wir können es beim Thema Verkehr machen aber wenn sie sagen, dass ist jetzt nicht ein Spezialgebiet, sondern auch beim Thema Miete oder sonst was machen.

00:53:31: also Stuttgart ist jetzt zum Beispiel eine Stadt wo in den letzten zehn Jahren ja glaube ich Mieterhöhungen wie fünfzig, sechzig Prozent und halb von zehn Jahren.

00:53:39: Wenn wir jetzt mal ganz konkreter so rein bohern... für Möglichkeiten gibt es jetzt seitens dieser Disziplin-Stadtplanung, da irgendwie eine Verbesserung dieser Situation zu erreichen.

00:53:54: Das ist eine viel bessere Frage für mich als die Verkehrsplanung.

00:53:59: Bezahlbarkeit ist ein Riesenthema für Städte und wir haben tatsächlich einige Instrumente auch in der Stadtplanung um da was zu machen.

00:54:07: allerdings hatte ich ja vorhin schon gesagt.

00:54:10: Die Stadtplanungen betrachten die große Linie.

00:54:12: also wir reden immer über große Zeiträume.

00:54:15: Das heißt, wir werden hier keine super schnellen, super einfachen Lösungen anbieten können.

00:54:21: Aber es gibt eine ganze Reihe von Ansätzen die auch Wiesner-Varsen gut funktionieren und alle was mit Stabplanung zu tun haben oder die tatsächlich dann federführend auch über die Stab Planung laufen.

00:54:36: also ein Ansatz gesamtstädtischer ist zum Beispiel auch in Stuttgart vorhanden.

00:54:41: da geht das sogenannte Stuttgarter Innenerwicknungsmodell.

00:54:44: Das heißt, dass bei jedem Neubauvorhabender gewissen Größe ein Anteil von bezahlbarem Wohnen dabei sein muss.

00:54:53: Zwingend!

00:54:54: Und das ist eine sehr gute Transparenz, so dass jeder Projektentwickler, jeder Bauherweis wenn ich jetzt hier mit neuen Bauvorhaben ankomme dann habe ich automatisch einen Anteil vom sozial geförderten Wohnen mit drin Und haben wir natürlich bei der öffentlichen Förderung, bei der sozialen Fördernung das übliche Dilemma dass wir da immer über Bindungsfristen sprechen.

00:55:14: Das heißt es ist immer bezahlbares Wohnen auf Zeit und das ist natürlich schwierig auch für einen neuen Stadtteil oder auch für den Bauvorhaben.

00:55:22: wenn ich weiß In zwanzig dreißig Jahren wird diese Wohnung aus der Bindung rausfallen, dann wird sie wieder teuer werden.

00:55:29: Das heißt es muss eigentlich damit dieses System funktioniert immer neu gebaut werden, wenn wir noch was dazukommen, damit der Topf wieder aufgefühlt wird an bezahlbaren Wohnungen.

00:55:37: also kann nicht die Lösung für alles sein und funktioniert natürlich auch nur an Standorten eben wie Stuttgart also wo Flächenentwicklungen sich lohnt Wo ich dann tatsächlich auch als Projektentwickler gutes Geld verdienen kann, mit den anderen Wohnungen die ich dann noch verkaufen oder vermieten.

00:55:55: Kann also aber das wäre ein Ansatz.

00:55:56: und ganz wichtig politischer Wille muss da sein nicht Wildbezahlbarkeit Und ich habe ein transparentes Modell was ich auch durchziehe und kein Projektentwickel kommt davon sie zahlen alle.

00:56:05: Also dass ist die wichtige Botschaft damit das funktioniert gesamt städtisch.

00:56:10: Das wär mal einen ansatz.

00:56:11: Ein anderer Ansatz wäre tatsächlich, dass die Kommune selbst auch Flächen erwirbt.

00:56:17: Also wenn sie das Eigentum an der Fläche hat und gleichzeitig die Planungswahrheit hat dann kann sie auf dieser Fläche natürlich sehr viel bewirken.

00:56:26: also wir reden jetzt.

00:56:27: Das ist

00:56:27: was die Stadt Wien angeblich so gut gemacht hat?

00:56:30: Wenn man sagt doch mal, dass Wien handlungsfähig in der Frage nach günstigerem Wohnraum.

00:56:35: Ist das das Geheimnis, was dir richtig gemacht

00:56:37: hat?

00:56:37: Also das ist auf jeden Fall ein Geheimniss der Stavien.

00:56:39: Was sie richtig gemacht haben ganz klar wobei man das natürlich jetzt auch nicht so einfach kopieren kann.

00:56:45: wenn jemand das seit über hundert Jahren macht ist es eine andere Ausgangssituation als wenn ich hier und heute entscheide bei Klammern kommunalen Kassen.

00:56:53: Ich frage jetzt mal an Flächen zu kaufen um die erst stattzuentwickeln Kann sich auch nicht jede Kommune leisten.

00:56:59: Aber es gibt auch deutsche Beispiele also wie die Stadt Ulm zum Beispiel dieses Modell auch schon sehr lange fahren, also das HS.

00:57:07: die kaufen so gut wie alles was sie irgendwie bekommen können an Flächen auf.

00:57:12: Wobei dieses Model also das Ulmann-Modell am besten funktioniert.

00:57:16: wenn ich tatsächlich Außenbereichsflächen, also Ackerland, die Grüne Wiese kaufe und dann über die Wertsteigerung dieser Fläche dann quasi wieder Geld verdienen Das heißt, wenn ich einen neuen Stadtteil entwickle dann kommt wieder Geld beim Kämmerwahn bei der Stadt und kann das System auch besser funktionieren.

00:57:34: Also setzt voraus auf jeden Fall dass eine Kommune eine gewisse finanzielle Basis hat damit sie Flächen erwerben kann also vielleicht auch nur inzwischen Erwerb geht.

00:57:43: da haben wir auch Instrumente des sogenannten besonderen Städtebau rechts werden.

00:57:47: Sie kennen wahrscheinlich noch aus Konstanz auch, dass die dann der Stadtplanung beziehungsweise der Stadt erlauben.

00:57:53: Dann auch leichter Flächen zu erwerben also auch zum festgelegten Preis.

00:57:57: das wichtig ist was ich danach mit der fläche mache.

00:58:00: Also dadurch dass sie in städtischem Eigentum ist kann sie eben der Spekulation entzogen werden und kann tatsächlich zu einem vorher fest gelegten preis beispielsweise Im Rahmen einer konzept vergabe dann auch weiter veräußert werden an private Bauherren.

00:58:14: wie aber nicht quasi meist bietend versteigert wird die Fläche, sondern sie wird dann dem Bauherrn gegeben der mit seinen Architekten das beste Konzept bringt.

00:58:24: Und das beste konzept kann auch bedeuten viel bezahlbares Wohnen in diesem Bauvorhaben mitrennen und dann bekommen Sie den Zuschlag zum vorher festgelegten Preis.

00:58:33: Und Dichte ist natürlich da auch ein großes Thema

00:58:36: d.h.,

00:58:37: wenn ich einen Quadratmeter Fläche Bauland nehme es ist ein Riesenunterschied ob ich nur eine Wohnung drauf setze also Ein Familienhaus am besten auch freistehend.

00:58:47: Und dann einen Bauherr, diesen einen Quadratmeter bezahlt oder ob ich da mehrere Wohnungen draufstapel und dann sage okay, ich kann das verteilen auf viele Schultern die danach entweder als Bauherrer im Eigentum bezahlen oder... ...die dann nachher Miete bezahlen.

00:59:03: also das wäre auch ein Ansatz zu sagen.

00:59:06: Ich glaube wenn keine Dichte entsteht ist ja auch das Problem dass alles danach dann auch schwerer hat ne?

00:59:11: Also jedes Geschäft sag' ich mal wo nur Ein Familienhäuser mit großen Gärten stehen also wo es kaum eine Dichte gibt, hat dann auch wieder größere Probleme überhaupt zu überleben weil so wenig Menschen da dann überall sind.

00:59:23: Das hängt dran!

00:59:23: Also auch öffentlicher Verkehr funktioniert nur gut wenn ich eine entsprechende Auslastung habe die Läden genauso... also jemand muss ein Business Case haben damit er seine Bäckerei betreibt wie vorher gesagt.

00:59:35: Aber wie gesagt, das wäre auch so ein Ansatz wo ich dann sagen kann.

00:59:38: Da kann ich als Stadtplaner, als Stadt dann auch fördern und kann dann einfach versuchen Spekulationen zu verhindern.

00:59:46: Und natürlich haben wir dieses Thema bezahlbares Wohnen auf Zeit.

00:59:51: wer so es wir wollen dass er nicht dauerhaft haben Und da ist beispielsweise auch ein möglicher Ansatz, dass ich als Stadt dann Land gar nicht veräußer, sondern es über Erdpacht mache.

01:00:00: So dass sich das Land tatsächlich dauerhaft behalte in der Stadt und nur auf Zeit dann tatsächlich in Nutzung verpachte.

01:00:07: oder dass sie auch versuchen bei genossenschaftlichen Modelle daran zu kommen.

01:00:13: Oder mit kommunalen Eigenunternehmen oder ausgegründeten Wohnungsbau- und Wohnungsunternehmensversuche im Wohnungsbestand zu haben der dann tatsächlich auf Dauer auch bezahlbar ist.

01:00:26: Ist natürlich jetzt auch, muss man fairerweise sagen in den letzten Jahren noch mal komplexer geworden beziehungsweise man muss wieder umdenken wir waren da schon einmal.

01:00:35: diese Niedrigzinsphase war ja eigentlich wenn man das historisch bestraft hat nur so ein blib in der Zinsentwicklung.

01:00:41: aber sie war halt so bequem man hat sich so schnell dran gewöhnt.

01:00:44: Auch Genossenschaften haben sich schnell daran gefühlt und es war leicht eine neue Genossenschaft zu gründen.

01:00:50: vielleicht noch sagen, was macht so eine Genossenschaft?

01:00:52: Also da tun sich viele Gleichgesinnte zusammen und haben dann genossenschaftliches Gemeinschaftliches Eigentum an der Fläche oder eine Immobilie nutzen die auch gemeinsam.

01:01:02: Und haben dafür lebenslanges Wohnrecht.

01:01:04: In Zürich machen die das doch viel ne?

01:01:06: Oder in der Schweiz insgesamt?

01:01:07: Völlig richtig!

01:01:08: Da gibt es verschiedenste internationale Beispiele, die auch gut funktionieren.

01:01:14: Das ist auch in Deutschland also gerade auch in neuen Stadtteilen eigentlich etwas, was immer beliebter geworden ist.

01:01:20: Eine ganze Zeit lang waren auch Baugruppen oder Baugemeinschaften, also private Bauherren die sich zusammentun.

01:01:26: Sehr förderungswürdig angesehen in Deutschland.

01:01:31: Wobei das jetzt in manchen Städten schon nicht mehr so ist.

01:01:34: Also die sagen ne?

01:01:35: Das hat es ein bisschen verdacht an der Luxus-WG wenn sich dann lauter gut situierte zusammen tun.

01:01:40: Meiner Wege auch in der Familiengründungsphase okay aber trotzdem Double Income und die können sich das all nicht leisten.

01:01:45: wir subventionieren das über Flächenpreise Das heißt, in Städten wie München ist das Thema schon durch.

01:01:51: Also die subventionieren jetzt eigentlich nur noch dann Neubau und Flächen wenn das genossenschaftliche Gründungen sind also wonach halt das Eigentum nicht bei den Privaten liegt der dass dann auch wieder mit Gewinn veräußern könnte nach einer gewissen Frist natürlich sondern in der Genossenschaft.

01:02:08: die sagt okay dauerhaft für unsere Mitglieder das wird immer bezahlbares Wohnen sein das ist unser Hauptziel.

01:02:13: Das wäre auch nochmal ein Thema, aber auch Stadtplanung bzw.

01:02:17: Start dann dafür sorgen müssen, dass diese Art von Bauherren am Markt eine Chance haben.

01:02:22: Das heißt immer dann mit Flächen ausgeschrieben werden muss man schauen, dass man auch gerade bei der Veräußerung der Flächen genau solche Bauherben mit an Bord holt.

01:02:31: Und in der Schweiz machen die das jetzt auch so?

01:02:32: Gerade in diesem Genossenschaftsmodell, dass sie dann gucken wie es sich der Bedarf der Familie aussieht.

01:02:36: Also jetzt gerade ist es ne vierköpfige Familie,

01:02:38: d.h.,

01:02:38: Sie haben ne Vierzimmerwohnungen aber irgendwann ziehen die Kinder aus und die Eltern bleiben zurück Dann brauchen die vielleicht noch eine Zweizimmerwohnung und man macht dann so ein Schiff, damit auch eben nicht wie das jetzt ja auch hier häufig vorkommt.

01:02:50: Zwei Personen im Hundert-Achzig Quadratmeter Haus leben so.

01:02:54: Ja völlig richtig!

01:02:55: Das ist ja auch ein großes Problem eigentlich in Deutschland.

01:02:57: also Stichwort vorher schon genannt ne demografischer Wandel.

01:03:02: wir haben natürlich so fließende Bedarf da auch an Fläche pro Kopf durch unsere persönliche Biographie hindurch Und das funktioniert tatsächlich in Genossenschaften total gut.

01:03:14: Also da haben wir auch im Rahmen von aktuellen Forschung, wo einige genossenschaftliche Projekte dabei sind.

01:03:20: Sehr sehr gutes Feedback aus Fokusgruppengesprächen und aus den Genosschaften, wo das sehr aktiv betrieben wird also wo dann diejenigen, die gerade Familie gründen tatsächlich eine größere Einheit an der Genossschaft finden.

01:03:33: Dann derjenige, der vielleicht singt warum er immer ist dann sagt okay ich verkleinere mich lieber dafür habe ich dann auch mehr Geld übrig am Ende des Monats weil mein Nutzungsengeld dann eben entsprechend runtergeht.

01:03:44: Das heißt auch eine win-win Situation.

01:03:47: wenn man das ein bisschen weiter spinnt und weiter denkt überlegt was heißt das gerade auf dem demografischen Wandel?

01:03:53: Dann ist es natürlich auch ein super Modell.

01:03:55: also gerade wenn man älter wird und seine Nachbarschaft nicht verlassen möchte Denn dann ist das ist ja ein Riesenproblem, wie sie gerade sagten zwei Personen auf hundert und achtzig Quadratmetern oder irgendwann nur mehr eine Person auf Hundert und Achtzig Quadrate Metern.

01:04:09: Und dann steht die Entscheidung an.

01:04:10: also gehe ich aus meiner Nachbarschaft komplett weg denn ich finde einfach keine kleine Wohnung vielleicht weil es ein monostrukturierter Stadtteil ist Der hat nur ein Familienhäuser, dann habe ich nur die Chance zu bleiben auf den Hundertundachtzig Quadrat oder ich ziehe ganz woanders hin und verliere vielleicht meinen Nachbarschaftsladen um mein Treff.

01:04:27: Und die Leute, die schon seit wahrscheinlich fünfzehn Jahren kennen oder so wenn ich da gelebt habe das ist hart.

01:04:33: Da bietet zum genossenschaftliches Modell was flexibler ist und wo man auch nicht so immobil an diesem einen Eigentum hängt natürlich gut möglich kann

01:04:45: Nee, mach du erst mal wieder.

01:04:46: Ich will so ein bisschen einen einmal ausbrechen weil mir liegt eine Frage die wegführt von dem Thema auf der Zunge.

01:04:53: Achso

01:04:53: okay, dann machst du!

01:04:55: Weil ich mich halt ziemlich interessiert was ihre top drei der Städte sind, weil wir jetzt schon so viel über Zürich Berlin, Konstanz etc.

01:05:01: gesprochen haben aber da macht du zuerst.

01:05:04: Also ich als einziger Geisteswissenschaftler hier verloren unter irgendwelchen Juristen und Stadtplanern interessiere mich natürlich auch immer so für Soziologie.

01:05:15: Also ihr seht, ich will auch nicht weg von meiner Poti-Krieße und meinem Stadt am Limit.

01:05:21: Und jetzt ist es ja immer so dass wir auch immer hören das die sozialen Spannungen in Städten eher zunehmen.

01:05:26: Meines Wissens liegt es eher an der Aufteilung oder einer zunehmenden Spaltung oder auf Teilung in Armut Reich.

01:05:34: Ist das eine Dimension soziale Spannung in Ständen?

01:05:38: Die auch

01:05:39: fällt es auch im Bereich Stadtplanung?

01:05:41: Oder ist das nochmal was anderes?

01:05:44: Na klar, ist definitiv ein Thema.

01:05:46: Wir müssen ja wissen für wen wir das tun und wie die Stadtgesellschaft funktioniert.

01:05:52: Man statt sinnvollen Ziele führen planen kann also passt absolut in dieses Bild.

01:05:59: Da müssen wir uns zum kümmern.

01:06:01: Das das tun wir glaube ich auch sehr konkret.

01:06:03: Also gerade in dem Bereich wo es dann um Planungsverfahren geht also Beteiligung auch.

01:06:09: Wie nehmen wir die Bevölkerung mit?

01:06:10: Die vor Ort schon da ist Stößt natürlich an seine Grenzen, wenn man einen neuen Stadtteil plant und man weiß noch gar nicht wer da wohnen wird.

01:06:17: Da ahne ich auch noch gar keine sozialen Spannungen vielleicht auftauchen.

01:06:21: Aber das ist mega spannend das rauszufinden.

01:06:24: Und ich glaube da zeigen auch Beispiele.

01:06:27: also wie eines was sich neulich auch mehr angeschaut hatte Auch in Tübing der Güterbahnhof ein neuer Stadtteil Der auf der letzten großen Brachfläche der Stadt jetzt entwickelt wurde Und da wurde noch viel tatsächlich mit Baugemeinschaften gearbeitet.

01:06:42: Das heißt, da haben sich dann private Bauherren zusammen getan die gemeinsam Konzepte entwickelt haben.

01:06:47: und was mich besonders interessiert hatte dort war tatsächlich waren Baugemeinheiten die gesagt haben ganz bewusst wir wollen in unsere Gebäude auch öffentlich geförderte Wohnungen mit reinholen.

01:06:59: das heißt wir wollen also auch innerhalb des Gebäudes sehr feinkönig gemischt sehr unterschiedliche soziale Milieus mit drin haben.

01:07:07: Damit haben die diese Fläche gewonnen, haben den Zuschlag bekommen quasi dass sie da bauen dürfen.

01:07:12: Und hier haben jetzt ein paar Jahre, um zwei tausend achtzehn, meine ich wurde es fertiggestellt haben Sie jetzt schon dort drin gelebt und dann festgestellt ist funktioniert überraschend gut.

01:07:25: also man hatte tatsächlich viel größere Sorge vor diesem Zusammenleben auf engem Raum mit sehr unterschiedlichen Interessen sehr unterschiedliche kulturellen Hintergründen etc.

01:07:36: funktioniert gut, wenn alle willig und offen sind muss man natürlich auch dazu sagen.

01:07:41: Das heißt das ist mal so ein ganz kleines Beispiel also ein positiv Beispiel wo es tatsächlich gut funktioniert und wo man natürlich sagt okay war von Anfang an auch so angelegt also für den ganzen Stadtteil.

01:07:52: da gibt's auch schon traditionell oder auch aus historischer Erfahrung wahrscheinlich auch so eine bisschen Frage was hier so ein Mischungsverhältnis?

01:08:02: Um so ein Drittel Verhältnis sagt man häufig ist es so ein sehr goldener Schnitt vielleicht.

01:08:07: Also ein drittel geförderter Wohnung, ein Drittel zur Miete und ein Dritteleigentum.

01:08:11: Und dann haben wir alle irgendwie schön zusammen und dann ist das irgendwo ausgewogen.

01:08:17: Funktioniert natürlich nicht überall.

01:08:19: Es gibt auch Gegenbeispiele die sehr viel höher gehen.

01:08:22: also Karlsruhe zum Beispiel hat eine sehr krasse Vorgabe für die städtischen Wohnungsbauunternehmen Bundesgesellschaften, die sagen, siebzig Prozent müssen bezahlbar sein der Wohnung.

01:08:36: Das heißt also siebzig Prozent dann im Zweifelsfall mit Leuten, die Wohnberechtigungsschein haben weil man den heute relativ schnell bekommt.

01:08:45: Aber das heißt, es ist ein großes Thema und nicht leicht.

01:08:49: Wir werden auch über Stadtplanung, soziale Krisen und die Schere zwischen Arm und Reich nicht abschließend beantworten oder wieder zusammenführen können.

01:09:02: Man kann sich nur bemühen, über entsprechende Projektstrukturen ein Angebot zu schaffen.

01:09:08: Das für möglichst viele Leute passt!

01:09:10: Und interessant auch, und das sehen wir glaube ich gerade an solchen Projekten wo die Leute viel selber eingebunden sind also über Baugemeinschaften oder auch über Genossenschaften.

01:09:19: Dass so ins gemeinschaftliche Tun kommen dass es total hilfreich ist und das es auch sozialtotaler Kit ist.

01:09:28: wenn sie gemeinsam arbeiten und gemeinsames Ziel haben also gemeinsam beispielsweise ihren Spielplatz oder ihre schöne Grünfläche pflegen gemeinsam daran arbeiten klappt das auch ganz gut.

01:09:39: Also da haben wir auch vielleicht nur abschließend dazu, ein super spannendes aktuelles Projekt steckt so in den letzten Zügen.

01:09:46: Da arbeite ich gemeinsam mit einer Doktorandin von mir die sich speziell für bezahlbares Wohnen interessiert Die Frau Nägellein und mit dem Institut Weber & Partner hier aus Stuttgart, die ja auch gerade diese sozialen Fragen sehr stark ansprechen.

01:10:01: Wir sind losgezogen, sind auf die Suche gegangen nach städtebaulichen Projekten, also Quartieren diese wohl bezahlbares Wohnen als auch bezahlbares grün liefern.

01:10:13: Also ein qualitätvolles grünes Wohnumfeld und es hatten wir bei einem Vorgängerprojekt was international aufgehängt war gesehen das funktioniert wo Dichte eine Multikodierung attraktives Wohnen und Grün funktioniert sehr gut aber viel ist davon sehr teuer.

01:10:30: deswegen jetzt die Herausforderung herauszufinden wie geht's denn auch günstiger?

01:10:34: Da haben wir jetzt zehn sehr schöne Good Practice Beispiele quer durch Deutschland gefunden, wo es funktioniert.

01:10:41: Und unter anderem greife ich jetzt einfach mal eins raus

01:10:44: in bestehenden Vierteln oder wenn die Neues

01:10:47: gebaut wurden?

01:10:48: Weides!

01:10:49: Also wir haben ganz bewusst beides mitgenommen weil wir gesagt haben das ist ja wie vorher gesagt die große Aufgabe Bestand oder auch neu übermitzunehmen.

01:10:57: Und ein Beispiel wäre jetzt auch nochmal um neue Bundesländer zu zitieren in Weimar.

01:11:02: Also da hat sich eine Genossenschaft gegründet, die haben ein altes Klinikerial übernommen und haben das jetzt im Wohnraum umgenutzt und haben den alten Klinikpark jetzt genutzt als einerseits Freifläche Kinderspiel-Bolzplatz aber auch zum gemeinschaftlichen Gärtnern.

01:11:21: Die machen ganz viel Eigenleistung weil sie sich das sonst gar nicht leisten können.

01:11:25: Das heißt, die haben den Genossenschaftsvorstand im Ehrenamt.

01:11:29: Die haben Aktionen wie Haken und Schnacken für die Süddeutschen.

01:11:33: also man trifft sich zum Gartenarbeiten mit der Hacke und schwätzt dann dabei oder hält sich.

01:11:40: das ist so ein Ansatz.

01:11:42: Und das ist totaler Kit für die und die sagen es funktioniert total gut.

01:11:46: Also alle sozialen Milieus aller Altersgruppen kommen zusammen und arbeiten gemeinsam.

01:11:52: Und das hilft natürlich um soziale Spannungen, auch Nachbarschaftsstreitigkeiten bei Ähnliches von vornherein zu vermeiden, wenn man gemeinsam an einem Strang zieht.

01:12:01: Geht nicht komplett ohne Konflikt?

01:12:03: Der wird auch diskutiert doll!

01:12:04: Das sagen die auch ganz klar wir haben Konflikte...

01:12:07: ...und wenn nicht dann hat man ja noch die Hacken.

01:12:08: Na klar, da haben wir nur die Haken.

01:12:10: aber mein Lieblingskonflikt finde ich nach wie vor immer so witzig ist die Höhe des Das Gras ist, ne?

01:12:15: Also so wie ich Englischen Rasen oder will ich Wiese haben.

01:12:17: Okay klar das ist der Klassiker über den man sich dann auch unterhalten kann.

01:12:23: um den Ball damit an dich zurück zu spielen Davina Weimar übrigens für alle die noch nicht da waren und mal eine wirklich unrealistisch idyllische Innenstadt zumindest sehen wollen mein Reisetippe Weimar ganz tolle Stadt

01:12:34: Okay, also das war deine Topstadt quasi.

01:12:38: Mich würde ich jetzt noch ganz so interessieren was Ihre Toptreise sind und zwar tatsächlich gerne National- und International.

01:12:46: Ja ist eine auch wieder echt spannende Frage.

01:12:50: also wobei die Messhasse glaube ich recht hochgehängt ist.

01:12:53: für mich ne?

01:12:53: Ich bin Heidelberg aufgewachsen also wer wir das kennt ist ein schöner Altstadt also schon sehr lange auch international sehr heftig bereist.

01:13:02: Vielleicht finde Eigentlich so der Inbegriff von der deutschen Stadt, oder?

01:13:05: Also so klischemäßig für ein Touri eigentlich.

01:13:08: Ich muss mich outen!

01:13:09: Ich war noch nie in Heidelberg.

01:13:10: Bitte

01:13:10: was?!

01:13:12: Dann wird es Zeit!

01:13:14: Darf man nicht laut sein.

01:13:15: Ja ja, wird's Zeit!

01:13:16: Da wird es halt auch eine sehr große juristische Fakultät schon immer sehr gut ausgestattet, insofern von daher auch spannend.

01:13:23: Die sehr schöne Stadt, dann ja ... Oxford, da muss man auch nicht viel zu sagen, ne?

01:13:30: Auch super schöne Stadt Also wobei auch das interessant ist, weil Oxford ist ja schon Bilderbuch auf der einen Seite.

01:13:37: Auf die anderen Seite aber auch hat es sein nicht sehr viel öffentliches Grün in dem Stadtzentrum zumindestens alles privat.

01:13:44: Alles Teil von den College-Gärten mal kommen nicht rein also wenn man nicht in Dommen ist oder dort studiert oder sowas.

01:13:49: Das ist was anderes.

01:13:51: Aber danach Lübeck auch sehr schöne Stadt und jetzt Tübingen, die Messlatte hängt relativ hoch.

01:13:59: Ich würde mal international anfangen, weil ich möchte keine deutsche Stadt hier zurückstellen oder wäre schwer für mich mit den vier sehr schönen Städten.

01:14:10: Wir sind nicht beim Radio immer die Vorgabe, dass man niemals in der Regierung eine Stadt so bewerten darf Weil du darfst niemals höherer verschrecken.

01:14:20: Und wenn wir jetzt dann, wenn Davina dann beim Radio arbeiten würde und sagt ja ich find' Konsens halt cooler als im Stadt XY.

01:14:25: Das ist ein absolutes No-Go.

01:14:27: deswegen... So streng sind wir nicht Herr Ganser!

01:14:29: Sie dürfen jetzt auch stelle Bashing betreiben.

01:14:31: Nee nee kein Problem.

01:14:33: Also da gibt's auch total schöne Bücher.

01:14:37: Eines heißt meine ich Ödeorte Oder auch Englisch kann ich nur empfehlen.

01:14:42: You're ugly, but we like you or I like you.

01:14:44: Also auch sehr schön für alle Leute die mal so ein bisschen Städtetrip der anderen Art betreiben wollen.

01:14:50: Nee aber das hat sich die international schöne Städte oder Städten, die ich auf jeden Fall nach wie vor spannend und sehr bereisenswert finde.

01:14:57: also meine Städttrip wird mich jetzt im Sommer auf jeden fall in London führen.

01:15:02: Also London ist nach wie Vor ein Favorite von mir.

01:15:06: Paar Sachen hatte ich vorher schon gesagt Ist kulturell natürlich Wahnsinn, also die Bandbreite und diese Intellectual Richness, die man findet ist der Hammer.

01:15:14: Also kann ich nur empfehlen auch sehr spannende neue Stadtteile wie immer am Wärmen sind oder eine sehr grüne Stadt finde ich auch total wichtig gefällt mir daher sehr gut und statt an Wasser auch noch lauter Dinge, die für eine Stadt sehr schön und spannend sind.

01:15:31: dann mag Ich sehr gerne tatsächlich auch niederländische Städte.

01:15:36: Die Holländer sind ja auch super in Stadtplanung, sind auch sehr innovativ.

01:15:41: Man pilgert auch gerne mal hin wenn man was abgefahren ist sehen möchte.

01:15:44: Das heißt ich würde einfach mal sagen so ein Klassiker Amsterdam macht mir auf keinen Fall einen Fehler.

01:15:49: also gehe ich auch immer sehr gerne hin egal ob der historische Bereich mit den Krachten oder auch die neuen Stadtteile oder auch ein Stadthal in einem Hafenbecken.

01:15:57: also ernsthaft mit schwimmenden Häusern sehr coole Sachen Geht aber auch eine Spur kleine, also so ein Seelein, Middelburg oder Wehre zum Beispiel.

01:16:07: Also das würde man heute sagen sind vielleicht kleine Orte, aber waren historisch.

01:16:12: Auch vergleichbar mit der deutschen Hanse mal richtig große Nummern und sind heute auch wahnsinnig schöne Städte die ich sehr gerne besuche.

01:16:22: Südeuropa darf natürlich auch nicht fehlen.

01:16:26: Sie merken, also ich bleibe in Europa mit meinen Top drei der schönsten oder der liebeswertesten oder der steht mir am besten gefallen.

01:16:34: Also war ich schon international eigentlich von Nordamerika bis Asien irgendwie auch viel angeschaut habe.

01:16:40: aber wenn ich wirklich diese Entscheidung treffen müsste... Musste dir auch schon mal treffen als wir nach Oxford gegangen sind.

01:16:46: dann gehst du nach Arizona oder Kalifornen oder gehst Du dorthin?

01:16:51: War das für mich relativ klar, aber damals auch schon als Familienvater.

01:16:54: Also Kalifornien oder Arizona, wo du irgendwo dann in einem Haus vielleicht mit Pool- oder Klimaanter gesitzt, aber für alles ins Auto steigen musst, eine Familie dabei, es geht nicht.

01:17:06: Bei der Frage London

01:17:06: und New York wäre es Londonfusion?

01:17:09: Ja tatsächlich!

01:17:11: Und dann ja, also Südeuropa wie gesagt würde da für mich Fendi auch noch wichtig und da würde ich wahrscheinlich so zwischen Como Nord-Italienische sehen oder San Sebastian.

01:17:27: Ein bisschen schwank bei den beiden, was dann tatsächlich der nächste Stell-Trip sein sollte.

01:17:31: Also nicht so Rom oder Lissabon?

01:17:34: Nee!

01:17:36: Barcelona... Wenn wir über die großen Städte sprechen, also wenn ich einen Ranking machen müsste, Rom, Barcelona, Lissa Bonn wäre es für mich das umgedrehte Ranking.

01:17:46: Also zuerst Lissa-Bonn und dann Bostelona.

01:17:50: Also, ich finde die auch super.

01:17:52: Jede Stadt für sich und auch ganz toll aber einfach nur persönliches Flair oder wie bewege ich mich da?

01:17:57: Wie lebenswert ist mein Alltag?

01:18:00: Ja, für mich so ein bisschen die Frage, ne?

01:18:01: Denn vieles ist Instagrammable heute Aber also ein schönes Foto- oder Leben im Alltag ist was anderes.

01:18:08: Da gibt

01:18:09: es dann

01:18:09: relativ klar, was das ist...

01:18:11: Da gibt's auch Themen mit denen sie sich wahrscheinlich nicht auseinandersetzen müssen.

01:18:14: Also in Lissabon diese Touristensituation Wahnsinn, so.

01:18:18: Jetzt gefühlt die ganze Innenstadt und wird ausgehöhlt vom Tourismus.

01:18:21: Das ist ein Problem, das gibt es in Deutschland wahrscheinlich so nicht.

01:18:25: Also in dem Extrem vielleicht nicht aber schon auch.

01:18:29: Und ich meine, das hatten wir vorher ja nicht wirklich angesprochen, aber das ist ganz klar auch ein Thema der Bezahlbarkeit.

01:18:36: Also wenn ich als Vermieter mit Airbnb oder ähnlichen Formaten mehr verdiene, also wenn ich das dauerhaft an den Familienvater- oder Familienoberhaupt vermiete.

01:18:47: Mit einem kommenden drei Kindern dann macht das was mit unseren Städten auch ganz klar.

01:18:56: Vielen Dank!

01:18:57: Ich finde es krass, wie schnell die Zeit wird.

01:18:58: Wir reden schon eine Stunde zwanzig.

01:19:00: Ja, deswegen bin ich auch schon froh, da dachte

01:19:02: ich jetzt mal mehr.

01:19:03: Das verkehrt

01:19:04: wahnsinnig schnell die ganze Zeit.

01:19:06: Langsam zum Ende.

01:19:07: Wie toll möchtest du unsere Abschlussfrage stellen?

01:19:09: Ja genau und zwar machen wir uns gerne so dass der Gast quasi ein Appell an die Hörerinnen und Hörere richten darf.

01:19:16: ganz kurz zum Abschluss mit der Botschaft, die ihm am meisten am Herzen liegt zu dem Thema

01:19:24: Okay, also dann würde mein erster Appell vielleicht an die Politik gehen.

01:19:28: Das heißt an die Politiker würde ich sagen Leute bitte Prioritäten setzen.

01:19:33: wir können auch im Wahlkampf nicht alles gleichzeitig erreichen.

01:19:36: Also das heißt da Prioritäten setzten und ausreichend Ressourcen für die Stadtplanung den gerade Zeiten auch Klammer kassen und vielleicht weniger Stellarrealisierung sind gute Zeiten für die Planung.

01:19:48: Das heisst da würde ich sage dass ist jetzt hier sinnvoll zu investieren.

01:19:53: An die Bevölkerung oder an alle da draußen und mich eingeschlossen, das Stadtbewohner überlegt euch gut was ihr macht würde ich sagen.

01:20:01: Total wichtig also.

01:20:02: Einkaufsentscheidungen spielen eine Rolle.

01:20:04: wie man sich durch die Stadt bewegt spielt eine Rolle und man sollte sich glaube ich nicht immer nur fragen was kann die Stadt oder mein Stadtteil für mich tun sondern auch andersherum?

01:20:12: Was kann ich für meinen Stadtteil tun?

01:20:15: Das ist vielleicht auch nochmal ne nette Frage die man mitgeben könnte.

01:20:19: Und ansonsten ja abschließendes Plädoyer wirklich an alle da draußen, Klimaanpassung ist ein Muss.

01:20:29: Das ist kein Luxus den wir uns irgendwie leisten wollen so zu dem Thema grüner Stadt oder sowas sondern müssen das machen.

01:20:36: es muss das neue normal sein.

01:20:38: Wir haben so viele schöne Leuchtturmprojekte da draußen aber es muss wirklich jeder Standort bei jeder Planung ins Handeln kommen.

01:20:44: das heißt Das neue Normal muss tatsächlich das machen, was wir heute besprochen haben.

01:20:50: Super!

01:20:51: Vielen Dank Herr Ganser, dass Sie da waren, es war ein tolles

01:20:53: Gespräch.

01:20:54: Absolut.

01:20:55: Ja ich danke, ich fand's total gut auch voll inspirierend.

01:20:58: Ich fand die Fragen total cool richtig

01:21:00: gut.

01:21:01: Wir hatten viel zu wenig Zeit aber eigentlich müssen man noch auf die einzelnen Themen alle vielen Dollar eingehen.

01:21:07: Aber ja vielleicht ist das Stoff für kommende Folgen

01:21:10: Ja, denke ich auch.

01:21:12: Ich denke ja auch manchmal nicht, weil ich habe auch zwei Söhne.

01:21:14: was machen die wohl irgendwie?

01:21:16: Beim älteren ist das Thema glaube ich durch ne der studiert Medizin aber der jüngere mein Sohn Ben vielleicht macht er auch mal etwas wie Stabplan oder ähnliches.

01:21:26: Also ich könnte es auf jeden Fall auch meinen eigenen Kindern empfehlen.

01:21:29: also der Job wird nicht langweilig und ist glaube ich auch zukunftssicher.

01:21:33: Das

01:21:33: klingt gut.

01:21:33: Vielen Dank

01:21:34: Tschüss ja ganz lange.

01:21:35: schön Ciao Der

01:21:39: Herr Ganser ist gerade aus der Tür raus.

01:21:40: Wie fandest du's,

01:21:41: Davina?

01:21:42: Super spannend!

01:21:43: Mega interessant.

01:21:46: Ich erinnere mich dass ich im Vorfeld zu dir gesagt habe so Stadtplan

01:21:50: wirklich...

01:21:51: Was ist das ein Thema?

01:21:53: Rüber wie eine Stunde reden können und Du hast mich aber total überzeugt und das Gespräch hat mich jetzt noch mehr davon überzeugt, dass es noch viel viel viel mehr Potenzial bietet als wir heute eigentlich ausgeschöpft haben.

01:22:09: Ich meine, wir haben anderthalb Stunden mit dem Herr Ganser gesprochen und ich hätte noch ewig weiterreden

01:22:14: können.

01:22:17: Für die Zuhörer, wir hatten auch tatsächlich, als wir die Mikros ausgeschalten haben, noch eine Weile weiter geredet Über Städte geredet.

01:22:26: Über deine Lieblingsstadt Konstanz, Davina?

01:22:27: Ja!

01:22:29: Das wäre ja auch ganz interessant gewesen.

01:22:32: Auf jeden Fall.

01:22:32: aber ich fand es auch super cool.

01:22:34: Ich fand mich fast ein bisschen schlecht gefühlt dass wir dann versucht haben so zu viel unterzubringen.

01:22:38: Also meine Idee wäre das wenn jetzt mal über Stadtplanung werden, dann wirst du uns noch mehr einen Thema rausgreifen So dass wir da noch viele Details einsteigen können Weil der Herr Ganser hätte zu allem soviel sagen können Dass wir gar nicht mehr wussten wo wir anfangen

01:22:53: sollen Bestimmt.

01:22:53: Auf der anderen Seite schafft diese Folge jetzt glaube ich für den Zuhörer meine richtig gute Basis, weil er darf in jedes Thema mal so ein bisschen reinschnuppern und das macht doch

01:23:03: auch Spaß?

01:23:04: Genau, bestimmt!

01:23:06: Also vielen Dank fürs Zuhören.

01:23:09: Folgen Sie unseren Socials, geben Sie eine gute Bewertung

01:23:12: wenn

01:23:13: sie mögen vom Sterne.

01:23:14: ansonsten

01:23:15: bis zum nächsten Mal.

01:23:19: Bis bald, ciao!

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