This is a concrete world!? Über die Zukunft des Bauens mit Beton
Shownotes
Unser heutiger Gast ist Prof. Dr. Christoph Gehlen. Er ist Dekan an der Technischen Universität München im Bereich TUM School of Engineering and Design.
Ich wollte mit Professor Gehlen über die Zukunft des Bauens mit Beton sprechen. Und was soll ich sagen? Er hat uns ein spannendes, überraschendes und unterhaltsames 360-Grad-Wissensupdate zu DEM großen Bau- und Werkstoff des 20. Jahrhunderts gegeben.
Zuerst sprechen wir über Dimensionen von Forschung und Technik: Von dem Druck, grüner zu werden, über Produktion und Eigenschaften von Beton geht es über das Thema Kreisläufe bis zu innovativen Verarbeitungsmethoden wie dem 3D-Druck. Von da aus gelangen wir zu einer Art sozialen Dimension von Beton. Muss sich unsere Baukultur eine neue Meinung zu dem Werkstoff bilden? Wo können wir auch in Zukunft nicht auf ihn verzichten? Und was hat all das mit den Wikingern zu tun?
Freuen Sie sich auf eine aufschlussreiche Folge, die nicht nur interessante Fragen stellt, sondern auch inspirierende Antworten liefert.
Übrigens: Leider konnte meine Kollegin Davina heute nicht teilnehmen. Nächstes Mal ist sie aber wieder dabei. Und nun: Viel Spaß beim Hören!
Homepage: www.ingbw.de Kontakt: ingcast@ingbw.de Jingle und Musik: www.songfabrik.com
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00:00:18: Herzlich willkommen zum Inchcast, dem Science Talk der Ingenieurkammer Baden-Württemberg.
00:00:26: Unser heutiger Gast ist Prof.
00:00:28: Dr.
00:00:28: Christoph Gehlen.
00:00:30: Er ist Dekan an der Technischen Universität München im Bereich Toom School of Engineering and Design.
00:00:39: Ich wollte mit Professor Gehlen über die Zukunft des Bounds mit Beton sprechen.
00:00:45: Und was soll ich sagen?
00:00:46: Er hat uns ein spannendes, überraschendes und unterhaltsames dreihundertsechzig Grad Wissensupdate zu dem großen Bau- und Werkstoff des zwanzigsten Jahrhunderts gegeben.
00:01:00: Zuerst sprechen wir über Dimensionen der Forschung und Technik von dem Druck grüner zu werden, über Produktion und Eigenschaften von Betonen.
00:01:09: Geht es über das Thema Kreisläufe
00:01:11: bis
00:01:12: zu innovativen Verarbeitungsmethoden wie dem Breit-D-Truck?
00:01:17: Von da aus gelangen wir zur einer Art sozialen Dimension von Beton.
00:01:22: Muss sich unsere Baukultur eine neue Meinung zu dem Werkstoff bilden, wo können wir auch in Zukunft nicht auf ihn verzichten?
00:01:31: und was hat all das mit den Wikingern zu tun?
00:01:35: Freuen Sie sich auf eine aufschlussreiche Folge die nicht nur interessante Fragen stellt sondern auch inspirierender Antworten liefert.
00:01:45: Übrigens, leider konnte meine Kollegin Davina heute nicht teilnehmen.
00:01:50: Nächste Mal ist sie aber wieder dabei.
00:01:52: und nun viel Spaß beim RUN!
00:01:59: Herzlich willkommen zum Inchcast dem Science Talk der Ingenieurkammer Baden-Württemberg.
00:02:04: Mein Gast heute.
00:02:08: Ich habe mir vorgenommen, ihre Titel wirklich auch auszusprechen.
00:02:11: Deswegen stelle ich mich der Aufgörmung.
00:02:13: Professor Doktor Ingenieur Professor HC Christoph Gehren von der Technischen Universität TUM in München Studie in Dekan und Professor an der TUM.
00:02:26: Habe ich das richtig zusammengefunden?
00:02:30: Der Unterschied ist dass der Dekant die Gesamtverantwortung für alles hat.
00:02:32: Und der Studierende kann sich vornehmlich um die Lehre kommen.
00:02:35: Das ist
00:02:37: ein Ressort, wenn man
00:02:38: sieht.
00:02:38: Ein Ressor?
00:02:38: Okay also Dekano-Professor an der Universität München Herr Gehlen herzlich willkommen in Stuttgart in Bad Kanzstadt und unseren heiligen Podcaststudios.
00:02:47: Herzlichen Dank für die Anladung Herr Büger!
00:02:50: Herr Gehen wir haben uns einen... Wir haben die Folge überschrieben mit This is a concrete world über die Zukunft des Bauerns mit Beton.
00:02:58: Wir hatten von der Weile ich immer eine Folge über Recyclingbeton Und das ist jetzt so etwas Nischiges Thema und Ich wollte einfach noch mal einen speziell betrunken spezialisten haben der uns sage ich mal nochmal die ganze welt erklären kann und auch uns auf den aktuellsten stand bezüglich der forschung holen kann.
00:03:17: Deswegen freue mich sehr dass sie da sind wir machen das immer so in diesem podcast, dass wir um sie erst ein bisschen als mensch kennen zu lernen ein bisschen hören wollen wer sie denn so sind was ihre Träume und Erwartungen sind, deswegen stellen wir uns ein gestern immer drei Standardfragen.
00:03:34: Die erste lautet das wollte ich als Kind werden?
00:03:38: Ich wollte als Kind immer Fußballer werden.
00:03:42: Das ist dann aber so spätestens in der späten Jugend nicht dazu gekommen.
00:03:47: einfach zu schlecht und damit keine Chance auf die wenigen Plätze bei denen man sichtbar geworden wäre.
00:03:55: Dann habe ich mich mit der Frage sehr ernsthaft beschäftigt ob ich Pilot werden sollte.
00:04:00: Aber auch das habe ich verworfen und am Ende bin nicht das geworden, was ich jetzt bin.
00:04:07: Welche Positionen wären Sie gewesen als Fußballer?
00:04:10: Ich bin überall auf jeder Position eingesetzt worden bis auf Torwart.
00:04:14: Ich hab angefangen sehr früh als Stürmer und bin am Ende als Abwehrchef gehandelt worden nach hinten durchgereicht.
00:04:29: Zweites Thema, so stellte ich mir zu Beginn meiner Laufbahn meinen Arbeitsalltag
00:04:33: vor.
00:04:34: Oh eine sehr schwierige Frage weil ich gar nicht so konkrete Vorstellungen hatte.
00:04:39: Ich bin eigentlich beruflich von einer Position auf die nächste gekommen mit vielen Opportunitäten und Zufällen die irgendwie sich ergaben.
00:04:54: Und insofern war die Vorstellung, wie meine Arbeitsalltag im Beruf aussehen könnte, rudimentär.
00:05:03: Ich hab mir gewünscht, dass es ein abwechslungsreicher Beruf ist bei dem man sowohl draußen als auch drinnen arbeiten kann.
00:05:12: Ich habe mir gewunscht, dass man mit Leuten in Kontakt kommt und nicht alleine ... sozusagen vor sich hin arbeitet.
00:05:20: Aber darüber hinaus gehende Vorstellungen hatte ich eigentlich nie, ich hab mich vielfach treiben lassen und ja bin auch durch dieses Treiben am Ende immer wieder auf überraschende Wege gestoßen die sich einfach so ergeben haben.
00:05:41: Was haben Sie studiert dann?
00:05:42: Ich habe Bauingenieurwesen, das ist ein ganz komisches Wort studiert.
00:05:48: Ein Ingenieurstudium was ich mit Bauen beschäftigt hab aber vorher viel ausprobiert.
00:05:56: Ich war in Bonn zunächst einmal Mineralogie eingeschrieben
00:06:03: und
00:06:03: dann habe ich umgesattelt auf Chemie und Physik bevor ich nach Aachen nachdem ich dann den Boden verlassen habe, mich dort bei Onschnerwesen mitbeschäftigt hab.
00:06:16: Ja und dann schnell erkannt das sie in die Forschung gehen wollen oder erst mal noch?
00:06:24: Nein überhaupt nicht!
00:06:25: Ich habe nur schnell erkannt dass sich jetzt beim vierten Studium was leisten muss.
00:06:29: Mal durchziehen
00:06:30: müssen.
00:06:33: Das war sozusagen die erste große Herausforderung, die aber auch genommen werden konnte.
00:06:38: und dann war es so dass der berufliche Weg von vielen Zufällen wieder wie ich schon erklärt hatte abhängig war.
00:06:46: Ich habe mich mehr davon leiten lassen in welches Team ich kommen könnte.
00:06:52: also im Studium hat man ja die Möglichkeit mit verschiedenen Vertiefungen sich auseinanderzusetzen.
00:06:57: Da hab ich mir das eigentlich so nach den Leuten ausgesucht, weniger nach dem Thema.
00:07:02: Das Thema war aber auch interessant weil es sehr nah an dem war was ich vorher studiert hatte.
00:07:07: mit Mineralogie, Physik, Chemie bin ich ja mehr in der kleinen Skala unterwegs gewesen und da waren Baustoffe naheliegend und das passte dann wie die Faustausauge.
00:07:23: Diese Errungenschaft bzw.
00:07:24: dieses Bahnbrechende Projekt meiner Branche fasziniert mich bis heute, da würde ich ihn jetzt freistellen.
00:07:28: ob sie die Forschung oder das praktische Architektur- und Bauwesen nehmen?
00:07:33: Ja wenn Sie sagen Bahnbrechen, dann folgen mir gleich Wortspiele ein.
00:07:39: Ich komme aus dem Rheinland und da ist man ja lustig drauf.
00:07:43: Stuttgart XXI hätte die Bahnen fast gebrochen, war sicherlich ein Projekt was die Republik bewegt hat Und ich würde sagen, dass jetzt der Betontechnologische Aspekt dieses Projektes sehr gut geklappt hat.
00:08:01: Es ist sehr gut vorbereitet worden!
00:08:04: Die Arbeiten sind, glaube ich auch sehr zufriedenstellend im Ergebnis und entsprechend eigentlich den Vorstellungen die man hatte als man das Objekt entworfen hat.
00:08:14: Ich glaube dass vielfach wenn man über Bauen spricht die ganze Palette des Bauens außer Acht gerassen wird wer da was für Was Verantwortung trägt.
00:08:24: Insofern muss ich sagen, Stuttgart-I.
00:08:26: ist was die Betonttechnologie anbelangt schon auch ein Königsprojekt gewesen.
00:08:31: das kann man glaube ich so sagen.
00:08:34: Es ist gerade betont technologisch mit großen Herausforderungen verknüpft gewesen doppelt geneigten Oberflächen Die man porenlunkerfrei herstellen wollte.
00:08:46: Das ist eine Herausforderung die nicht einfach zu bewältigen war.
00:08:51: Zum Zweiten auch die Massigkeit der Bauteile, fehlstellen frei und mehr oder weniger herzustellen ist eine große Herausforderung.
00:09:01: Und auch Anforderungen hinsichtlich Helligkeit, Farbe usw.
00:09:05: sind auch besondere Herausforderungen gewesen, die hier ... Diejenigen, die das Projekt am Ende umgesetzt haben, glaub ich vor große Herausforderungen gestellt hat, die sie aber gemeistert haben?
00:09:21: Ich darf ab und zu mal in die Unterirdische Bahnhofshalle, so bei Führungen dabei sein.
00:09:28: Und ich finde es tatsächlich auch sehr schön einfach.
00:09:30: So eine unterirdische Halle aus einem hellen Beton ist auch irgendwie etwas ...
00:09:35: Ja, es hat was Monumentales.
00:09:38: Es ist auch ästhetisch, finde ich.
00:09:42: In jedem Fall einzigartig.
00:09:44: Also würde jetzt keinen Bauwerk kennen.
00:09:49: genau diese Aspekte so vereint, wie das jetzt im Hauptbahnhof Stuttgart gelohnt ist.
00:09:56: Also man kann irgendwann stolz auf sein glaube
00:09:59: ich wenn
00:09:59: es da mal fertig ist.
00:10:01: Und komischerweise fällt mir dann immer... Es gibt ja eine Suite von Musikstücken für Kinder die Pär-Günst Suite und da gibts ein Stück in der Höhle des Bergkönigs, so eine relativ bekannte Melodie Gab es Filme und Videos.
00:10:20: Wenn man in einer unterirdischen Halle ist, wo von oben Licht kommt ... Dann muss ich daran denken an diese Höhle des Berghönigs.
00:10:28: Weil das hat so was wie ... Als ob da Trolle ein perfektes Bauwerk unter die Erde gewohnt haben.
00:10:35: Ich find's interessant, anzukommen in der Stadt und dann in einer Unterirdischen-Halle zu sein.
00:10:41: Gut, Herr Jelendan würde ich sagen, lassen Sie uns doch rein starten ins Thema?
00:10:48: Ich würde sagen, wir probieren uns trotzdem so ein bisschen darauf zuzuarbeiten und uns hinzusprechen zum Thema.
00:10:55: Jetzt sind ja die meisten Zuhörer und Zuschauer unser Sendung.
00:11:00: Also viele sind involviert ins Bauwesen.
00:11:02: Sind vielleicht Bauentenüre?
00:11:05: Kommen praktisch mit diesem Thema ständig in Berührungen aber sind jetzt nicht so'n Fachmann mit so einer Rundumsicht wie Sie im Bereich Beton.
00:11:14: Wenn Sie jetzt das Wortbeton hören, an was denken sie als Erstes?
00:11:19: Was kommt Ihnen da als Assoziationen eher ins Sinn.
00:11:22: Ich könnte mir vorstellen moderne brutalistische Architektur, ich könnt mir aber auch vorstellen... Klimasandkrise oder einfach eine edle Oberfläche.
00:11:32: haben sie noch so.
00:11:35: Die drei Angebote, die wir gemacht haben werden mir jetzt auf anheben.
00:11:38: nicht eingefallen ist es ein Baustoff der unglaubliches Potenzial hat und Wenn man damit baut, einem auch vielfältige Möglichkeiten gibt die mit anderen Baustoffen so nicht erreichbar werden.
00:11:55: Schauen Sie sich vor sie müssten eine Kläranlage in Holz bauen und richten.
00:11:59: oder Brücken gibt es als Holzbrücke aber Spannweiten und solche Dinge sind sicherlich da sehr stark begrenzt.
00:12:10: wenn sie an größere Infrastruktur Bauwerke denken Verbindungsbrücken zwischen Ländern.
00:12:19: Gerade im asiatischen Raum wurde da in letzter Zeit sehr, sehr viel gebaut.
00:12:22: aber auch im skandinavischen Deutschland-Dänemark ist sehr viel Bauaktivität auch zwischen Dänemark und Schweden gewesen.
00:12:31: das sind Bauwerke die baut man in Beton.
00:12:35: ja es einfach ein sehr widerstandsfähiger Baustoff ist sehr resilient, verzeihend.
00:12:43: Natürlich auch keiner der nicht altert.
00:12:46: Alle Baustoffe altern irgendwie und aber aufgrund seiner Beschaffenheit ein wirklich interessanter Baustift, der eine Möglichkeiten gibt die man sonst mit anderen Baustoffs so nicht hätte.
00:13:04: Und sagen Sie, Herr Gehlen was ist so oder woran?
00:13:07: wenn wir jetzt auf diese Forschung blicken?
00:13:12: Was ist so in Ihrem Bereich gerade der aktuellste Forschungsgegenstand?
00:13:22: Wenn Sie mir erlauben, ein bisschen weiter auszuholen wie sich das entwickelt hat.
00:13:26: So war sicherlich der Baustoffbeton in den siebzehr Jahren mit den Möglichkeiten ich gieße mir was eine Inspirationsquelle, die auch dazu geführt hat dass dieser Baustoff sehr viel und auch extensiv eingesetzt wurde.
00:13:48: Das hat sich verändert.
00:13:49: wir wissen mittlerweile das Beton und seine Bestandteile CO-Emitieren bei der Herstellung Und zwar im großen Umfang und das hat ein Stück weit auch zu einem Umdenken geführt.
00:14:06: Wir haben mit den Gebäuden- und Infrastrukturen, die in den Siebzehrjahren gebaut wurden und danach auf vielfältige Probleme gehabt.
00:14:18: Hinsichtlich Dauerhaftigkeit gab es schon überraschende Schadensfälle, die sehr frühzeitig sich einstellen, Aber auch deshalb entstanden, weil man über die Leistungsfähigkeit des Betons nicht allumfassend Bescheid wusste und viele Dinge einfach aus Unkenntnis dann anders gemacht hat als eigentlich besser gewesen wäre.
00:14:43: Diese Beobachtung oder auch Entwicklungen haben dazu geführt dass die Forschungen, die früher im Beton fast ausschließlich auf so mechanische Eigenschaften, wie Festigkeit und solche Dinge gerichtet war.
00:14:58: Sich dann ein wenig umgeswitched hat auf Fragen der Dauerhaftigkeit.
00:15:03: Hat ja auch was mit Nachhaltigkeit zu tun wenn ich einen Bauwerk einfach länger in Service halten kann Und auch nachhaltigkeits selber was die Baustoffe und deren Produktion anbelangt.
00:15:13: Das ist dann stärker den Fokus gerückt.
00:15:15: und das würde ich jetzt sagen ist auch Jetzt augenblicklich der Trend genau diese Dinge in besonderer Weise zu schauen.
00:15:23: Festigkeit hat man im Griff, das läuft da braucht man gar nicht mehr viel drüber nachdenken.
00:15:30: Da weiß man einfach aufgrund der vielen Forschungsergebnisse was man machen muss worauf zu achten ist aber den Baustoff auch fit zu machen für die vielfältigen Einwirkungen die ja nicht nur durch Last sondern auch durch Umwelteinwirkung auf dem Baustopf kommen.
00:15:46: Das ist eine Aufgabe, mit der man sich die letzten zwei, drei Jahrzehnte schon auseinandergesetzt hat.
00:15:54: und die Nachhaltigkeit was jetzt die Produktion des Baustoffes anbelangt.
00:15:59: Das ist etwas wo man dann vielleicht seit zwanzig Jahren war in den ersten oder auch noch länger fünfundzwanzig jahren die Ersten versuche dass man also Wiederverwertbarkeit sich angeschaut hat das Rezyklieren von Beton und Kreislaufwirtschaft die ersten Ideen kam, die jetzt natürlich, ich sag mal, die Forschung dominieren.
00:16:29: Und ich würde sagen also bevor wir so ein bisschen da eintauchen, also offensichtlich ist ja dieses Thema Nachhaltigkeit CO-Zweigrüden im Kreisläufe so eins der großen Spannungsfelder in der Betonwelt, bevor wir da ein bisschen mehr einsteigen Haben Sie das Gefühl, Beton wird im öffentlichen Raum zu schlecht mittlerweile dargestellt?
00:16:50: Ja
00:16:50: definitiv.
00:16:53: Ich vertrete diesen Baustoff aber nicht nur Ihnen sondern alle Baustiffe in der Ausbildung von Bauingenieurinnen und Bauingenieuren.
00:17:03: auch Architektur profitiert davon die ja durch ihren Entwurf und die Entscheidung welchen Baustoffs für welche Aufgabe einen ganz großen Einfluss darauf haben was wir verwenden, wie wir es verwenden und wieder mit umgegangen wird.
00:17:20: Also das ist schon im allgemeinen Fokus.
00:17:26: ja dass man sich mit den Vor- und Nachteilen der Baustoffe beschäftigt.
00:17:31: denken sie an Straßen.
00:17:33: die werden in Asphalt aber auch in Beton hergestellt Und für beide gibt es Gründe warum man mal das eine und mal das andere verwendet.
00:17:45: Und so ist es in der sonstigen gebauten Umwelt auch, für jede Bauaufgabe muss die Ingenieurin ... Die Architekte und alle, die da Entscheidungen zu treffen haben bis hin zum Bauherren, der natürlich auch eine gewisse Vorstellung hat müssen den Werkstoff entsprechend seiner Leistungsfähigkeit optimal auswählen.
00:18:12: wenn Beton ein schlechtes Image hat, dann hat es weniger mit dem Baustoff was zu tun soll.
00:18:16: Mit denen die das vielleicht an der falschen Stelle eingesetzt haben.
00:18:19: Mhm, okay.
00:18:22: Gut.
00:18:24: Holen Sie uns nochmal geben sie uns noch mal so ein kleines oder möglichst großes Update wirklich zu diesem ganzen Thema?
00:18:33: Was gibt's da für Perspektiven?
00:18:34: Was sind die Herausforderungen wie?
00:18:37: Wo stehen wir?
00:18:37: Da wird beton jetzt irgendwie grüner weil sich die Herstellung irgendwie ändert, kann man Zement
00:18:46: als Beton muss
00:18:48: grüner werden.
00:18:49: Und ich sag mal, die Industrie hat sich auch verpflichtet dafür Sorge zu tragen dass das passiert.
00:18:56: Es gibt noch gewisse Fragen hinsichtlich des Zeitraumes da ist aber schon sind klares Statements gefallen.
00:19:05: Aber wie wir ja auch In der aktuellen Tagespolitik sehen gibt es manchmal Dinge, die wichtiger sind und andere rücken dann wieder in den Hintergrund.
00:19:15: Aber ich glaube dass wir schon auch an den Zielen, die wir uns selbst gesteckt haben festhalten sollten.
00:19:21: Und natürlich ist die Bauindustrie mit all dem auch Baustoff erzeugende Industrie hier klar vorangegangen hat dazu auch entsprechend Vorstellungen veröffentlicht bis wann das so ist, dass man sagen kann wir sind klimaneutral.
00:19:43: Das aber ein langer und weiter Weg weil natürlich die Erstellung von Zement beispielsweise im Prozess selber innen liegt, dass CO² einfach durch das Brennen von Kalkstein freigesetzt wird.
00:19:59: Man versucht natürlich aufzufangen, Carbon Capture Ein Stichwort dazu, um die Prozessgase an der Stelle einzufangen und geeignet wieder in den Kreislauf zu bringen.
00:20:20: Es gibt viele Möglichkeiten voranzugehen auch das Brennen selber was früher und heute zum Teil noch mit fossilen Brennstoffen gemacht wird wird umweltfreundlicher Elektro-Öfen, Wasserstoff ein Thema.
00:20:41: Also die grüne Produktion von Stromrecycling ein Thema einfach auch, um die Ressource zu schonen mit der man als Massenbaustoff, Beton sein Massenbaustoff dann auch umgehen muss.
00:20:58: Also da gibt es viele, viele Schrauben, die da zu schrauben sind.
00:21:04: Wenn ich an der Stelle ... Wir haben ja schon viel gebaut und auf der Erdoberfläche entstanden.
00:21:13: Geht das natürlich auch darum, was da schon da ist?
00:21:16: Zu erhalten, also zu vermeiden, dass überhaupt neu gebaut wird.
00:21:21: Und ich würde sagen, dass beide Aspekte mit dem Beton an dieser Stelle in starker Berührung stehen.
00:21:28: Einmal das Erhalten des Bestandes und einmal das konzentrierte Neubau da, wo nötig.
00:21:36: Und da möglichst nachhaltig langlebig grün ... Ja?
00:21:40: Das wären die Herausforderungen.
00:21:42: Wenn wir diesen Recyclingbeton- und Kreisläufe noch mal vorerst außen vorlassen und in die Produktion von neuem Beton schauen ... Was ist da die vielversprechendste Stellschraube, um Beton irgendwie in der neuen Produktion grüner werden zu lassen?
00:22:05: Ich erwähnte schon.
00:22:06: Die Herstellung ist ein großes Paket was man sich anschaut auch die Materialien, die man dafür verwendet, kalsinierte Tone ist beispielsweise so einen Stichwort in dem Zusammenhang wo man dann durch das Brennen von Tonen, die aktiviert und damit als Hauptbestandteil auch im Zement unterbringt.
00:22:37: Damit den eigentlichen Anteil an Zementen, die diese hohe CO-Emission verursachen.
00:22:49: Im Portland-Zement, weil da einfach sehr viel Karbonat gebrannt werden musste um daraus den Portland-Sement zu gewinnen.
00:23:00: Also, dass man das ersetzt.
00:23:01: Dass man andere Zement-Hauptbestandteile stärker berücksichtigt durch Packungsdichte und feinerer Materialien wie Kalksteinmehl beispielsweise.
00:23:13: Flugasche, Hüttensand, all diese Dinge die aber auch hinsichtlich Verfügbarkeit irgendwann an ihre Gänze kommen.
00:23:20: Denn Flugaschewie entsteht Flugascha machen wir nicht mehr.
00:23:25: Wie entsteht Hüttensand wird auch kaum noch gemacht, dass wir hier Stahl herstellen.
00:23:31: Sondern wir halten das eher im Kreislauf in Deutschland und insofern gibt es da natürlich auch Engpässe von Materialien die schon gezeigt haben, dass sie geeignet wären aber dann nicht mehr in der Form verfügbar sind.
00:23:49: Insofern ist man eigentlich ständig auf der Suche nach neuem Material was in Massen bezahlbar zur verfügung steht um in einem mineralischen bindemittel irgendwann mal im beton zu landen.
00:24:03: okay
00:24:03: als mineralisches.
00:24:05: und wie ist es so?
00:24:08: also ich kenne jetzt natürlich so eine begriffe wie sandkrise oder so bezüglich der rohstoffe von beton.
00:24:15: wie ist die situation der grundlagen Ressourcen aus den Betonien.
00:24:23: Also
00:24:23: ich sag mal, wenn wir jetzt hier die nationale Brille aufsetzen ist es so dass Wir hinsichtlich der Vorkommen da uns keine Sorgen machen müssen.
00:24:32: das ist also reichhaltig vorhanden.
00:24:34: Die Frage ist nur die verfügbarkeit.
00:24:36: wie sieht's mit der Verfügbarkeit aus?
00:24:38: gibt es Entsprechende vorkommen die wir haben die wir auch Ausbeuten können und nicht für andere Zwecke für die Ausbeutung dann nicht zur Verfügung stehen.
00:24:53: Also Landschaftsschutzgebiete oder andere Aktivitäten, die es eben verbieten, dass man diese Vorkommen, die hier in großer Menge voran sind, nachher ausbeuten kann und da gibt es ja verschiedene Interessensgruppen, ich sage mal nutzen wollen und insofern ist vieles der Rohstoffvorkommen dann auch nicht verfügbar.
00:25:27: Da muss man dann halt schauen, dass man da ein Interessensausgleich findet.
00:25:32: aber was die eigentliche Ressource anbelangt ist das eigentlich nicht das große Problem.
00:25:44: Wovor wir vielleicht ein bisschen mehr in die Anwendung und in diese Kreisläufe gehen würden, könnten Sie mir anhand von einem Beispiel erklären wie so eine Forschung abläuft bei Ihnen.
00:25:56: Wenn man jetzt an die Zusammensetzung von Zement oder die Verhältnismäßigkeit der Stoffe untereinander bei Zement denkt... Und sie forschen dazu, oder die Tomb- oder Institute gibt es sicher auch anderen.
00:26:10: Sie tut ihr dazu forschen?
00:26:11: Wie passiert denn das?
00:26:12: Also sind sie in einem Chemielabor und gießen so Flüssigkeiten auseinander und dann dampft dann irgendwas?
00:26:17: Auch das
00:26:18: ist Teil... So ein
00:26:19: Betonarchimist.
00:26:20: oder wie läuft das ab?
00:26:22: Ist dabei aber es ist nicht ausschließlich so.
00:26:24: wir mischen auch Betonen wirklich an in großen Mischern Die mit unterschiedlicher Mischenergie, ich sag mal die Rezepte, die auch sehr unterschiedlich sind dann zu einer homogenen Masse zunächst einmal verarbeiten.
00:26:41: Es gab da viele Forschungen auch hinsichtlich Feinkornbeton der höchst fest ist ultra hochfest war das Stichwort oder Altra High Performance Concrete.
00:26:51: Das war sozusagen international ein Forschungsschwerpunkt mit Festigkeiten, die in Richtung Stahlfestigkeiten gingen.
00:27:01: Man also mit diesem Baustoff erreichen konnte.
00:27:05: Davon ist man aber wieder weg weil zu schwierig händelbar und verarbeitbar und damit auch in der Praxis in Ausführung sehr fehleranfällig.
00:27:15: Wie findet Forschung statt?
00:27:17: Sie haben es angesprochen im Chemie-Labor klar.
00:27:19: Die ganzen Beton, Zusatzmittelchen die man da reintot ums besser verarbeiten zu können und besondere Eigenschaften rauszukitzten werden im Chemielabor erfunden oder entwickelt.
00:27:31: dann geht das in die nächste Skala.
00:27:34: dass ist der Mörtel in der Regel oder der Zement noch feiner ohne kleinen Sand der den Mörteln macht.
00:27:44: Da werden also reologische Eigenschaften untersucht, die dann in Kombination mit Gesteinskörnungen, die kann fein sein.
00:27:53: Das ist Sand oder Gröber Dann den Beton in den Fokus nimmt und fragen dann wie verarbeitet ihn?
00:28:01: Wie kann ich ihn verarbeiten?
00:28:03: Entlüftet der von alleine muss sich denn verdichten?
00:28:06: zusätzlich und solche Fragen Die da eine Rolle spielen die also zunächst einmal als Ziel haben, dass der Beton entsprechende Eigenschaften entwickelt am Ende und das ja gut verarbeitbar ist.
00:28:21: Also sprich sich handwerklich gut verarbeiten lässt.
00:28:26: Das sind so die ersten Fragen.
00:28:28: Und dann geht es weiter wie qualifiziere ich den Beton?
00:28:32: Wie kann nicht unter Umständen bestimmte Eigenschaften manipulieren verbessern, um gerade gegenüber besonders harschen Einwirkungen einen besonderen Widerstand zu bekommen.
00:28:47: Ich hatte eben mal beiläufig die Kläranlage erwähnt.
00:28:51: Es ist ja eine extrem harsche Umweltbedingung, die den Beton angreift und damit auch zerstören kann.
00:29:03: Um den Beton in dieser Umgebung sehr langlebig zu machen, muss man sich halt was überlegen genau wie man Brücken-Tunnel sich sehr genau die Betonrezeptur überlegt, damit auch diese Bauwerke möglichst lange stehen bleiben.
00:29:18: da redet man von Lebensdauern Die Achtzighundert.
00:29:23: ja ich habe auch schon ein Projekt gehabt wo man sich drei hundert Jahre Dauerhaftigkeit wünschte Und die vorher zu sagen ...
00:29:32: Neue Pyramiden.
00:29:33: Keine Pyramide, es ist ein Brückenbauwerk gewesen mit Tunnelbauwerken also eine Kombination von.
00:29:43: Da muss man sich dann schon überlegen wie man das nachweist.
00:29:46: Also qualifiziert demjenigen der das Ganze bezahlen soll Plausibel darlegt Das hält dreihundert Jahre weil ich diese und jene Tests gemacht habe dann einem auch zeigen, dass das sehr wahrscheinlich ist.
00:30:04: Dass die dreihundert Jahre überstanden werden können von größeren Schäden.
00:30:10: Das finde ich interessanter Geld.
00:30:11: wie passiert denn sowas?
00:30:12: Weil es ist jetzt schon sehr lange her aber ich erinnere mich tatsächlich noch gut als in Berlin am Brandenburger Tor des Holocaustmann mal gebaut wurde da gab es ja so ganz viele Betonstehlen.
00:30:26: Und da hieß es damals, dass dieser Beton irgendwie nur für dieses Bauwerk neu optimiert wurde oder Eigenschaften verändert und nur für diese Bauwerke.
00:30:35: Der sollte, glaubt möchte ich sagen, so unkaputtbar sein, er sollte nichts abplatzen oder irgendwie Graffiti sollten so immer... ...appärren.
00:30:43: und dann standen aber diese Stehlen und dann gab's nach relativ kurzer Zeit schon Risse.
00:30:49: Also da hat er offensichtlich diese Nachweisführung nicht geklappt.
00:30:53: oder wie läuft so was ab?
00:30:55: Wie kann man denn beweisen, dass ein Beton also bevor er verbaut wird in einem Projekt das nur Stoff wie Beton die und die Eigenschaft hat.
00:31:04: Ja das ist ungefähr so wie man... Also Beton ist ja einen Baustoff für lange Zeit gedacht Und man hat entsprechend hohe Erwartungen an die Lebensdauer.
00:31:17: Das heißt die Prozesse die da stattfinden sollten langsam stattfinden, auch Schädigungsprozesse finden sie sehr langsam.
00:31:24: Jetzt muss man innerhalb von wenigen Tagen, Wochen und Monaten aber eine Aussage dazu machen wie was kann der Beton?
00:31:34: Und da spreche ich die Qualifizierung an, muss man sich natürlich überlegen wie führe ich den Nachweis, wie kriege ich das raus und kann es sozusagen extrapolieren.
00:31:42: Da ist ein schönes Beispiel habe ich mal auf einer Konferenz gesehen.
00:31:46: Da war ein Kollege, der sagte es ist ein Unterschied ob jetzt ein Ei von einer Henne ausgebötet wird mit Körpertemperatur oder ich das ins kochende Wasser lege.
00:31:55: Kommt was unterschiedliches bei raus?
00:31:58: Beides ist sozusagen ein Prozess, mit dem das Ei konfrontiert ist und ... für zu völlig unterschiedlichen Ergebnisse.
00:32:09: Wenn ich einen Prozess jetzt anlege zur Qualifizierung eines Baustoffes, dann muss der realitätsnah auf der einen Seite sein aber doch zeitraffend auf der anderen Seite.
00:32:18: und diese Zeitrafung muss so passieren dass am Ende die Umwandlung durch den Test provoziert wird nicht praxisfremd ist, also dass da eine völlig praxisfremde Beaufschlagung ist die dann am Ende ein Ergebnis zeigt was mit dem was in der Realität passiert überhaupt nichts zu tun hat.
00:32:39: Also das ist die große Herausforderung mit der wir in der Forschung sehr intensiv auch zu kämpfen haben weil wer natürlich erwartet jeder von seinem Haus dass es stehen bleibt dass wir solche Aussagen machen können Und das gelingt, weil wir auch mit sehr hohen Sicherheitszuschlägen arbeiten.
00:32:59: Natürlich ist am Ende immer Unsicherheit noch mit im Spiel.
00:33:04: Es gibt Erwartungswerte die sich nicht immer einstellen müssen – das streut es alles sehr stochastisch und insofern muss neben dem ganzen Testen auch noch einen, wenn man so möchte, Sicherheitskonzept dazu was die Strömungen mathematisch einfängt und am Ende dann zu einer schwarz-weiß Diagnose führt, hält oder hält nicht.
00:33:29: Wie oft soll sie sagen passiert es oft dass dann letztlich im Bauwerk sich Materialien anders verhalten?
00:33:36: Das ist unsere Forschung.
00:33:38: Sie hatten das Beispiel Holocaust-Denkmal in Berlin angesprochen, ja da ist es passiert was eigentlich nicht dazu passieren soll und die Risse haben sich relativ schnell eingestellt.
00:33:50: Das lag an der Konstruktion, das lag an den Wetterbedingungen unter der Farblichkeit dieser Stillen, die sind ja sehr dunkelschwarz noch mal ein besonderes Phänomen hervorgekitzelt haben, mit dem man wahrscheinlich so in der Form nicht gerechnet hat.
00:34:11: Das kann man auch schwer simulieren, so Wetterdauerhaftigkeit?
00:34:13: Ja
00:34:13: genau es ist eine schwarze Stähle die im Sommer unglaublich erwärmt wird.
00:34:19: dadurch dass sie hohl ist wird das nochmal unterstützt dann kommt ein kalter Gewitterregen.
00:34:26: wir haben jetzt Klimakrise ja das kommt da auf einmal runter und auf einmal wird diese schwarzen Oberfläche in extrem schneller Weise abgekühlt Ein Szenario, mit dem man vielleicht in der Form nicht gerechnet hat.
00:34:39: Und dann führt das zu Zwengenspannung und kann auch so eine Rissbildung zur Folge haben.
00:34:43: Das muss nicht sein.
00:34:44: Sie werden wenn sie drüber laufen Auch viele Stählen sehen die haben keine Risse.
00:34:49: Aber manche haben diese und da sind dann wahrscheinlich noch andere Einflüsse Mit von Bedeutung gewesen Die man ich glaube auch in Aufarbeitung Das ist ja auch gerichtlich irgendwie aufgearbeitet worden, dann im Detail prüfen muss.
00:35:05: Ich glaube da gab es damals eh so eine Diskussion inwiefern man das sich entwickeln lässt und dann ist es halt so dass es dann Riss drin ist oder inwiefer... Das ist dann so dazugehört einfach?
00:35:18: Oder inwievern das quasi so perfekt sein muss?
00:35:22: Gut ja sehr interessant!
00:35:24: Und wenn wir jetzt mal hier ist der Begriff Recyclingbeton So weiter ist es schon ein paar Mal gefallen, wenn wir jetzt mal zu diesem Weg von diesem Thema Herstellung, Produktionen testen und zu dem Thema Kreisläufe gehen.
00:35:39: In der Baubranche
00:35:41: ist
00:35:42: alles was mit Kreisläufe zu geredet wird.
00:35:45: Economy with cradle to cradle is an urban mining.
00:35:50: Ein großes Thema.
00:35:52: wo sind denn da die Probleme oder Herausforderungen wie auch immer dies bezeichnet worden beim Beton um Kreisläufer zu schließen?
00:36:00: Es kommt ja nicht nur darauf an den Kreislauf zu schließen, also das Material was ich mal verwendet habe irgendwo wiederzu verwenden.
00:36:07: Ich benutze ganz bewusst irgendwo sondern es geht darum dass in der Wertehaltigkeit auch möglichst gleichwertig wiederzuverwenden.
00:36:19: Also praktisch auf einem Level zu halten.
00:36:22: und wenn wir uns die Zahlen anschauen Wiederverwertung von Beton Da sind wir schon nicht schlecht.
00:36:29: Ich glaube auch europäischer Spitzenreiter hier in Deutschland, aber die Frage wo die Wiederverwertung stattfindet auf derselben Ebene oder man spricht von Downcyclingen auf Ebenen darunter das ist ich glaube die große Herausforderung.
00:36:44: also wenn wir es schaffen die Widerverwertungsrate die schon eh hoch ist tatsächlich auf demselben Level zu schaffen dann sind wir da wo eigentlich hin wollen.
00:36:54: Und bisher sind wir da noch nicht.
00:36:57: Ein sehr großer Teil wird eher downcycled in Bereichen verwendet, die man jetzt eher darunter ansiedeln würde im Straßenbau beispielsweise um den Unterbau herzustellen und weniger wieder für die Wiederverwendung von echtem guten leistungsfähigen, dauerhaften Konstruktionsbeton den man dann für Brücken, Tunnel und so weiter wiederverwendet.
00:37:27: Das ist wirklich nur ein kleinerer Anteil der da wieder landet setzt große Anstrengungen auch natürlich voraus dass man Sorten rein das ganze wieder bekommt dass man es wäscht dass man Metall abscheidet was ja auch sich in diesem in den Massen bewegt.
00:37:46: also nicht nur die Bewährung sondern viele Metallbauteile kleinere Befestigungselemente, all diese Dinge die müssen da raus damit wir dann wirklich wieder das mineralische haben was dann im Beton wieder verwendet werden könnte.
00:38:01: Das ist ein Aufwand ja es teuer aber es ist nachhaltig in jedem Fall also umweltfreundlich.
00:38:07: eigentlich einfach Ressource-Schone und wieder genau an der Stelle wieder verwende wo ich's vorher verwendete Sortenreinheit, wenn ich jetzt mich an... Ich hab's nicht erlebt.
00:38:26: Bin ich zu jung?
00:38:29: Trümmerfrauen die wirklich Steine trümer Mauerziegel wieder... sauber geklopft haben, unter größten Mühen und diese Ziegel wieder in neuen Gebäuden eingebaut wurden.
00:38:47: Das ist sozusagen auf derselben Ebene Wiederverwertung.
00:38:51: Und das wäre eigentlich das was man anstreben muss.
00:38:55: Ja ja und sind da gibt es da vielversprechende Forschungsergebnisse?
00:39:00: Dass sage ich mal.
00:39:00: Recyclingbeton irgendwann exakt dieser Eigenschaften hat von Neuem oder
00:39:06: Ja, ist absolut möglich.
00:39:08: Die Frage ist allerdings bei der Konzeption und Planung vom Design des Betons schon, die fängt da schon an.
00:39:19: also wie kann ich es schaffen auch neue Bauteile so herzustellen dass sich die möglichst Sorten rein im Falle eines Abbruchs wieder gewinnen kann?
00:39:28: sprich all solche Fragen Betonsorten.
00:39:37: Wenn ich jetzt in einem Gebäude sieben verschiedene Betonsorte verbahre, dann muss ich die natürlich beim Abbruch auch entsprechend wieder trennen um sie möglichst hoch.
00:39:48: Die eine ist sehr hoch fest und die andere vielleicht weniger hoch fest.
00:39:52: Dann wieder in die richtige Box zu geben.
00:39:57: Und da gibt es viele, viele Möglichkeiten.
00:39:58: Auch KI-Chips die man da reinwirft, die einen erkennen lassen welche Sorte da drin war und solche Dinge.
00:40:05: also gab's auch in der Vergangenheit schon viele Forschungsanstrengungen in diese Richtung zu kommen.
00:40:12: das also die Wiedererkennbarkeit und auch dass wieder identifizieren bestimmter Qualitäten auch für den Abbruch vielleicht schon vorbereitet wird wenn sie sich im Bauwesen bewegen und vielleicht auch mal ein Bauwerk erwerben, ein kleines Haus.
00:40:32: Manchmal fehlen da die Pläne.
00:40:34: also das ist auch keine Seltenheit dass solche Unterlagen einfach über die Jahre Jahrzehnte verloren gehen nicht mehr aufhindbar sind das zu erhalten.
00:40:45: und auch das Wissen über wie ist das hergestellt worden Wie ist der Plan damit, in einem Abbruchfall wieder umzugehen?
00:40:55: Das sollte eigentlich mit beim Entwurf schon mitgedacht werden.
00:40:59: Ich habe ein anderes Beispiel Ölplattformen.
00:41:02: Da ging es auch in siebzehren Jahren hoch her.
00:41:05: Sie erinnern sich vielleicht noch an Ölkrisen und so weiter die wir jetzt wieder haben.
00:41:10: Da wurden Ölfelder leer gepumpt und man fragte sich, was passiert jetzt mit diesen Bohrenseln?
00:41:17: Die nicht immer nur aus Stahl sondern auch aus Stal- und Spannbeton gestellt wurden.
00:41:22: Und die waren ist einmal für diese Situation dimensioniert dass man die an Land fertigt dann auf die See zieht balastiert auf den Meeresgrund stellt dass Öl fördern kann.
00:41:40: Aber sie waren nicht dafür konzipiert, diese Ölplattformen wenn das Ölfeld leer ist wieder aufschwimmen zu lassen um es an Land wieder verwertend.
00:41:51: Es war dafür nicht gemacht, weil dafür nicht dimensioniert worden war eine Öl-Plattform in der See vielen vielen Einwirkungen ausgesetzt wird die am Ende einer Öl Plattform anders aussehen lassen als sie am Anfang war.
00:42:07: Und das sind alles so Fragestellungen.
00:42:09: Da hat man früher sich keine Gedanken drum gemacht und da muss man sich auch Gedanken drum machen, schon beim Errichten.
00:42:18: Wahrscheinlich leidet die CO-Zwei-Bilanz auch gerade unter sowas, dass man dann Sachen irgendwo hinkarren muss wo sie sortiert werden.
00:42:27: getrennt werden in wahrscheinlich sehr staubigen Industriegebieten Materialien abgeklopft und dann wieder woanders hingefahren Produziert wahrscheinlich sehr viel grauer CO-Zweibelastung, oder?
00:42:41: Naja ich bin mir jetzt nicht sicher aber es gibt viele Vertreter die sagen wir haben eigentlich kein Energieproblem.
00:42:47: Wir haben Wasserkraft, Windkraft, Sonneneinstrahlung über Photovoltaik, Wasserstoff und alles Mögliche an Optionen sind jetzt nicht darauf angewiesen unbedingt das Erdöl fossile Energie zu bauen.
00:43:04: Also wenn wir mit einer, sagen wir mal einen guten Reservoir und Energie umgehen können, dann könnten wir all das machen.
00:43:10: Wir können Beton wieder zertrümmern in kleine Einzelteite zerlegen, um es dann als Gesteinskörnungenzuschlag wieder in den Beton hineinzunehmen.
00:43:19: Das ist glaube ich weniger das Problem sondern wir müssen nur bei den Prozessen die Nacherrichtung nach Abbruch nach Abbau dann folgen, die müssen wir eigentlich jetzt schon mitdenken.
00:43:33: Und die wurden in der Vergangenheit zu wenig bis gar nicht berücksichtigt und da liegt sehr viel Potenzial und das ist insbesondere bei der Betrachtung der Kreislaufwirtschaft ein unbedingtes Muss.
00:43:49: Wir erleben es auch an anderer Stelle, Batterien reifen was weiß ich hat man früher auch aber jetzt isst man soweit Das Bauteil von gestern, der Rohstoff von morgen auf.
00:44:05: Ja gut jetzt hatten wir dieses Thema Herstellung Wir hatten das Thema Kreisläufe, Thema Verarbeitung.
00:44:16: Ich habe jetzt in ihrer Publikationsliste möchte ich sagen gesehen dass sie sich auch viel mit drei D-Druck und innovativen Verarwendungsmethoden beschäftigt haben.
00:44:26: Worin liegt denn die Chance von sowas im Bereich?
00:44:29: Grüner werden da Beton?
00:44:33: Also die liegt nicht nur in der Frage, ob Beton grüner wird oder nicht.
00:44:36: Sondern es ist ein allgemein gesellschaftliches Phänomen das wir Fachkräftemangel haben dass wir ich sage mal durch die Power der Digitalisierung und der Automatisierung die wir auch aus der Automobilindustrie und aus anderen Zweigen kennen dass wir uns natürlich auch in der Baubranche Gedanken machen, wie können wir mehr Wert schaffen?
00:45:02: Wie können wir profitabler werden und solche Dinge.
00:45:07: Das ist der eine Aspekt.
00:45:08: Der andere Aspekt ist durch das drei D drucken gibt es unterschiedlich.
00:45:12: also das ist nicht nur eine Methode Sondern es gibt sehr, sehr viele Methoden die unter dem Begriff drei D-Drucken gehandelt werden.
00:45:27: Diese Methode ermöglicht anders als wenn ich das konventionell herstellen würde Ich baue eine Schalung und gieße die voll mit Beton Und dann habe ich recht täglich quadratisch gut wie Rittersport Am Ende eine Wand Die an jeder Stelle die gleiche dicke hat.
00:45:47: Die ist aber gar nicht bräuchte, weil manche Wandbauteile stärker beanstucht sind als andere.
00:45:53: Verstehe
00:45:54: ja!
00:45:54: Und die Drucktechnologie je nachdem welche man verwendet es auch nicht.
00:45:58: jede dazu geeignet ermöglicht eben Material nur dorthin zu geben wo's gebraucht wird und das wegzulassen da wo es nicht gebraut wird.
00:46:06: Das heißt also man verspricht sich schon auch durch den drei D-Druck wie gesagt nicht jede Methode ist dafür geeignete einen gewissen Einspareffekt auch an Materialität, was wiederum auch zu einer größeren Funktionalität führen könnte.
00:46:28: Dass man Hohlräume eigentlich schon mit eindruckt wo dann später Installationen geführt werden könnten ohne dass man nicht wieder alles schlitzen muss und aufbrechen muss.
00:46:40: also viele Arbeitsgänge die werden da auch gespart wie der Fachkräftemangel ein Thema Und das ist die Motivation dafür gewesen, sich mit der Technologie auch im Bauwesen im großen Maßstab auseinanderzusetzen.
00:46:54: Ja ja also da geht es dann auch so um smartere schlankere Prozesse und so weiter, da geht's
00:47:01: durchaus.
00:47:02: Also ich sag mal wenn ich jetzt eine absolute Formfreiheit habe, die ich über Schalungen gar nicht ermöglichen würde Ich eben Hohlräume nicht schalen kann, seit denn ich verliere die Schadung dann.
00:47:19: Oder eine bestimmte Oberflächenstruktur nur ganz aufwendig mit aufwendiger Schadungen, die extra dafür hergestellt werden müsste ist ja auch ein Material was sich danach nicht wieder verwenden kann.
00:47:31: in der Form wenn ich das durch einen Druckprozess erreiche dann habe ich gewonnen.
00:47:37: Also, da habe ich einen echten Mehrwert geschaffen und das ist ein Mehrwert der natürlich auch gestalterisch genutzt werden kann.
00:47:44: Stellen Sie sich vor, sie machen irgendwelche Impendanzräume um Schall besser im Griff zu haben, Lärmschutz zu betreiben wird sehr aufhinnig geschalt.
00:47:57: Ich kann es aber auch sehr leicht drucken an diese Geometrien viel einfacher auch in Serie durch diesen Druckprozess herstellen, als dass ich das mit einer Schalung möglicherweise könnte.
00:48:11: Ja, okay, verstehe.
00:48:14: Gut Herr Geelen jetzt haben wir schon ganz viele tolle Sachen spannende Sachen gehört zu dieser ganzen konkreten technischen Arbeit an diesem Baustoffproduktion und so weiter... nochmal ein bisschen weiter rauszoomen und vielleicht die Baubranche angucken, Baukultur ansprechen.
00:48:34: Soziologie des Betonungsgesellschafts.
00:48:38: Ich habe mir mal eine Dokumentation angeguckt, die sich gefragt hat warum gibt es eigentlich keine Wikinger mehr?
00:48:44: Und da hab ich gehört dass die Wikinger nur ausgestorben sind weil sie nicht in der Lage waren ihre Lebensart ihrer Kultur quasi anzupassen an die Veränderung der Umwelt zum Beispiel an einen Klimawandel, den es damals dann auch schon gab.
00:48:59: Wo baut man was an?
00:49:00: Wer hat welche?
00:49:01: Wie ist das Machtverteid, Ressourcen verteilt?
00:49:04: und wenn sich dieses System soziologisch kollabiert wohl... Wir lernen ja daraus, dass es offensichtlich für Menschen auch ganz wichtig einfach ist, was ist Traditionen, wo kommen wir her, wie ist die Kultur, welche Vorstellungen von gut und böse haben wir?
00:49:22: Wir sind auch nicht keine Maschinen, die immer nur alles nach Effizienz beurteilen.
00:49:27: Ist denn unsere Baukultur bereit sich da zu verändern?
00:49:34: Wir stehen jetzt unter diesem Druck grüner bauen zu müssen... Sie haben vorhin schon gesagt, dass der Beton ein bisschen zum Schuldenbockt der Branche gerade so ein bisschen manchmal wird.
00:49:49: So unrecht!
00:49:53: sind wir denn, sag ich mal ist unsere Baukultur ihre Baupraxis?
00:49:56: Ist die Branche bereit sich da auf Veränderungen einzustellen?
00:50:01: oder ist die Arbeit mit Beton so festgefahren dass das super schwer ist überhaupt auch einfach neue Prozesse zu installieren.
00:50:12: Wie erleben Sie die Offenheit gegenüber Innovation in der Branche und Sind wir bereit, mit dieser Forschung zu halten?
00:50:21: Mit Veränderungen.
00:50:23: Oder können wir nur so weitermachen, weil es gut funktioniert hat in der Vergangenheit?
00:50:28: Wir sehen ja, dass es einen Anpassungsbedarf gibt.
00:50:33: Es sind uns einig ... Dass es einen Klimawandel schon eingesetzt hat, den wir tagtäglich Temperaturen auf der einen Seite und Extremwetterereignissen auf der anderen Seite spüren.
00:50:49: Wir wissen auch, worauf das zurückzuführen ist.
00:50:52: und bauen Versiegelungen von Oberflächen und das Herstellen von Baustoffen hat seinen Anteil genauso wie der Flugverkehr seinen Antal hat und viele andere Gewohnheiten die wir haben Und ich glaube sie sprechen da ja nicht so eine gesellschaftliche Trägerheit möglicherweise an dass die überwunden werden muss.
00:51:13: Und ich weiß jetzt nicht, wie Sie hier heute hergekommen sind.
00:51:18: Wahrscheinlich mit Fahrrad oder zu Fuß?
00:51:19: Mit dem Bus ja.
00:51:22: Man kann fliegen, man kann mit dem Zug fahren und mit dem Autofahren.
00:51:26: Es gibt verschiedene Möglichkeiten Wege zurückzulegen auch zu Fusseln mit dem Fahrrad.
00:51:33: Ich glaube das nur über gute Beispiele ... andere auch überzeugt werden können.
00:51:40: Und diese guten Beispiele, und ich habe mal auch einen gewissen Druck zu gutem Beispielen zukommen der ergibt sich halt aus der Gesellschaft Politik und all diese Dinge.
00:51:56: Ich sage mal Pilotprojekte spielen da eine sehr große Rolle.
00:52:01: die Pilot Projekte sind so eine Art dieses ja.
00:52:04: also Das habe ich jetzt hier gemacht.
00:52:08: Lass uns drüber diskutieren, was ist der Vor- und das ist der Nachteil?
00:52:11: Und da entsteht ein Diskurs ... Es entstehen Thesen, Antithesen oder am Ende eine Synthese und auf diesem Weg müssen wir uns eigentlich ständig bewegen.
00:52:20: Wenn wir dazu bereit sind, und ich denke die Gesellschaft ist dazu bereit, dass es ziemlich gut in den Köpfen auch untergekommen dann ist mir da nicht bange.
00:52:31: allerdings muss man auch sagen, dass viele Regelungen insbesondere auch im Bauwesen, sprich Normen an.
00:52:42: Die alle ihren guten Grund haben warum sie mal entwickelt wurden aber auch diesem These-Antithese-Diskurs zugeführt werden müssen dass man sich überlegt ist manche Regelungen die wir damals für sehr sinnvoll und notwendig gehalten haben, ist die heute noch so richtig.
00:53:10: Und wenn wir das offen behandeln, das sagt mir mein Gefühl und auch die Erfahrungen, die ich jetzt in den letzten Jahrzehnten in der Branche habe sammeln können dann glaube ich werden wir das schaffen.
00:53:25: es gibt gute Entwicklungen.
00:53:29: Hinsicht der Baukultur jetzt in verschiedenen Werkstoffen.
00:53:32: Es wird nicht nur in Beton gebaut, wie Sie wissen.
00:53:36: Es entstehen auch mittlerweile Holzhäuser die eine gewisse Mächtigkeit nach oben hin haben.
00:53:44: Also sprich Hochhaushöhe schon erreichen.
00:53:49: es gibt Bestrebungen auch in München an der Universität, an der ich tätig bin aus der Architektur, das einfache Bauen wieder in den Vordergrund zu stellen.
00:54:01: Also weniger komplizierte Technik die manchen Menschen auch überfordert stellen sich vor sie haben eine Klimaanlage und wissen gar nicht wie man die einen ausschaltet.
00:54:11: also das ist jetzt ein wirklich blödes Beispiel.
00:54:13: aber Sie wissen was ich meine dass man das wieder durch Verschattung und all diese Dinge durch entsprechende Raumgrößen Die Behaglichkeit erzeugen, da gibt es ja auch Forschung zu.
00:54:29: Dass man das wieder erreicht ... Also der Trend hin geht zu mehr Natur und Natürlichkeit, Einfachheit.
00:54:38: Und etwas weggeht von der Übertechnisierung mancher Gebäude.
00:54:47: Aber wir müssen uns quasi ... Sie plädieren dafür, dass wir uns baukulturell nicht wegentwickeln müssen?
00:54:53: von Beton und uns nicht quasi in Holz komplett neu erfinden müssen.
00:54:57: Nein, man hat ja schon erwähnt, dass insbesondere auch Bauwerke wie Kläranlagenbrücken, Tunnel
00:55:04: usw.,
00:55:05: da sind wir sehr froh!
00:55:08: dass wir mit Beton bauen können.
00:55:11: Aber da, wo es nicht notwendig ist ... Ich brauch kein Einfamilienhaus mit Betonen herstellen.
00:55:16: Das ist nicht nötig.
00:55:18: Da kann ich auf andere Werkstoffe zurückgreifen die wesentlich nachhaltiger im Vergleich jetzt, wenn man Massen miteinander vergleicht als Beton wären.
00:55:31: das findet aber auch schon statt.
00:55:35: Okay und verschieben also dieser Glaube daran?
00:55:39: Wahrscheinlich hätten Menschen vor dreißig Jahren eher gesagt, okay man kann nirgendwo auf Beton verzichten.
00:55:45: Und mittlerweile auch beim Hochhaus zum Beispiel, also vor drei Jahren hat wahrscheinlich Menschen gesagt, nee, ein Holz-Hochhaus ist viel zu gefährlich.
00:55:53: Verschiebt sich dieser Glaube daran, wann man auf Betons verzichten kann?
00:55:57: Wann nicht verschiebt der sich gerade grundlegend?
00:56:00: Sie haben schon gesagt bei Brücken, Kläranlagen
00:56:02: usw.,
00:56:03: kann man wahrscheinlich auch in Zukunft nicht auf Betonstellen verzichten?
00:56:05: Ist das so eine Bewegung, dass ... dass diese Bereiche immer weniger werden, wo man auf Beton verzichten mag oder nicht?
00:56:13: Ja.
00:56:13: Also ich spreche jetzt als Laie weil ich bin Baustoffler aber wir wissen ja auch das in bestimmten Regionen Deutschlands beispielsweise ganz unterschiedlich gebaut wurde.
00:56:29: es gibt Regionen da wird mehr mit Holz gebaut auch Häuser mit Holz und andere gehen sehr stark auf Mauerwerk.
00:56:38: Und es gibt auch Regionen, wo die Dächer noch mit Stroh gedeckt werden.
00:56:41: Das gibt eine handwerkliche Spezialisierung, eine Tradition, die natürlich fortlebt und die aber auch in dem wie sie fortleibt ständig weiterentwickelt wird.
00:56:55: Insofern im privaten Markt ist das relativ dem Geschmack jedes einzelnen Bauherren oder Baufrau überlassen, wie da gebaut wird.
00:57:08: Da kann man wenig regeln.
00:57:09: also ich wüsste jetzt nicht ob es sinnvoll ist ihnen persönlich vorzuschreiben wie sie ihr Dach denken und ob das jetzt mit Kupfer ist oder mit normalen Dachziegeln oder ein Stroh oder mit Holz geht.
00:57:25: ja auch gibt's ja auch und das ist halt eine Geschmacksfrage Aber die in einem gesellschaftlichen Diskurs steht.
00:57:38: Denken Sie an Wärmepumpen, Diskussionen, Heizungsgesetz.
00:57:43: Da ist jeder entrüstet gewesen oder vielleicht nicht jeder aber es hat eine große Entrüstung gegeben.
00:57:48: was schreiben wir?
00:57:49: und so weiter.
00:57:49: da alles vor.
00:57:52: man muss an der Stelle dann tatsächlich die Freiheit Respektieren, die man hat und am Ende schauen.
00:58:02: Dass Argumente überzeugen, Nachhaltigkeit wichtiger wird, dass das in den Köpfen der Menschen ankommt.
00:58:09: Und die sind ja bereit!
00:58:10: Also auch die Heizungsskussion hatte ja durchaus zum Ergebnis gehabt, dass die Gesellschaft völlig verstanden hat worum es hier geht.
00:58:22: nur die Frage, wie man das umsetzt und wie man kommuniziert.
00:58:27: Und wie man Entwicklungen fördert.
00:58:33: Das war vielleicht ... hätte man besser machen können.
00:58:37: Ich glaube, dass man in händlicher Weise auch in jeder Frage wie man baut sich ein bisschen davon abschauen kann, wie mans besser machen kann.
00:58:47: Ja,
00:58:47: ja, verstehe.
00:58:49: Gut und es ist ja so hergehend zum Abschluss von Gesprächen, bittet man ja Gesprächsgäste oft quasi in die Zukunft zu gucken oder zu philosophieren über die Zukunft.
00:59:00: Jetzt waren wir gerade schon bei dem Thema dass die Verwendung von Beton offensichtlich vielen auch anderen sozialen Faktoren unterliegt, Geschmacksfaktoren, Kostenfaktorien was weiß ich nicht nur den Wärten der Forschung die sie als Wissenschaftler sage ich mal vorgeben und schaffen, sondern auch für verschiedene anderen Faktoren.
00:59:23: Was glauben Sie denn so in fünfzig Jahren?
00:59:25: Wo wir das stehen?
00:59:27: bezüglich des Bounds mit Beton?
00:59:28: hat dann Holzbau übernommen?
00:59:29: haben wir uns alle wieder auf ein grüneren Beton geeignet?
00:59:33: ist es alles so aus diversifiziert und so pluralisiert dass es nur noch ganz viele Nischen gibt und kein Mainstream mehr sowie früher quasi ein Beton Mainstream gab?
00:59:43: wo stehen wir so in fünftig Jahren?
00:59:46: Also ich denke, wir müssen erfinderisch sein und auch offen bleiben für das was kommt.
00:59:52: Und ich bin mir nicht sicher ob es wieder einen neuen Mainstream gibt.
00:59:57: aber wir entwickeln ja auf unseren Linien weiter.
01:00:01: und wenn ich jetzt allein nochmal den Beton bemühen darf der Beton von heute ist ein ganz anderer als wir ihn vor fünfzig Jahren beigestellt haben.
01:00:10: also hat sich enorm gewandelt auch in sich der Leistungsfähigkeit, der Ausgangsstoffe.
01:00:18: Auch wie sie produziert werden, ob sie nachhaltig sind oder nicht.
01:00:23: Früher weniger heute wesentlich mehr.
01:00:26: Das hat sich also enorm entwickelt und wir werden weitere Rohstoffe der Welt in Augenschein nehmen und dahingehend prüfen, inwieweit die verwendbar sind für diese Aufgaben, die wir zu erledigen haben.
01:00:42: Es gibt auch Untersuchungen, wie weit Reisschalen oder andere Bio-Werkstoffe Verwendung finden könnten.
01:00:54: Die Baunistrie ist da sehr offen, auch Befestigungselemente die Kunststoffe, die verwendet werden.
01:01:03: Auch das alles wird hinterfragt und ein Stück weit zählt.
01:01:09: Bitte?
01:01:09: Pilzmütze hier.
01:01:11: Ja, genau!
01:01:12: Alles wird hinterfragt.
01:01:13: und ich sage mal die Menschen sind neugierig und das ist eigentlich das Schöne dass mit neugirigen Menschen auch Forschern sich neue Türen wieder öffnen.
01:01:27: und wenn wir jetzt rückblickend uns anschauen die letzten Das sind Entwicklungen dabei gewesen, die hätte man vor fünfzig Jahren möglicherweise nicht gesehen
01:01:39: können.
01:01:40: Und insofern hoffe ich auf die Intelligenz und auch die Neugier des Menschen, die erhalten bleibt und nicht durch die künstliche Intelligenze irgendwann mal abgeschaltet wird.
01:01:57: Dann sollte das gelingen!
01:02:00: Großes Vertrauen.
01:02:01: Ich bin auch sehr optimistisch, was diese Frage angeht, dass die Menschheit da Lösungen finden wird.
01:02:10: Wir sind jetzt da wo wir sind und haben noch einen Weg zurückzulegen.
01:02:14: aber wir haben es eigentlich doch immer geschafft auf Herausforderungen Lösungen zu finden, die sich dann wieder zu neuen Herausforderungen...
01:02:29: Außer die Wikinger!
01:02:30: Außer die Wikinger.
01:02:31: Aber sie sind auch wieder da, die Norweger Rudern schon wieder
01:02:34: ... In den Köpfen haben Sie überlebt?
01:02:35: Ja,
01:02:35: in den Köpen haben sie überlebend, genau.
01:02:40: Gut, Herr Professor Gehen, vielen Dank, dass Sie da waren!
01:02:43: Ich hab wahnsinnig viel gelernt heute und ich bin mir sicher unsere Hörer, Zuschauer,
01:02:49: Ihnen auch immer.
01:02:50: Auch vielen Dank für die tollen Inspirationen und Antworten.
01:02:58: Ich bin sehr gespannt, wohin sich
01:03:00: die Betonfrage entwickeln wird.
01:03:02: Ich auch!
01:03:03: Vielen Dank, wer wir sein durfte.
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